Helge Schneider: Mama

Es braucht kein Corona, um das aktuelle Weltgeschehen mit Sorge zu betrachten. Und es braucht keinen Pessimismus, um betrübt auf das zu blicken, was hierzulande und sonstwo auf der Welt passiert. Den Kopf mal freizubekommen, auf andere Gedanken zu kommen, das ist wichtig. Insofern ist die Nachricht, dass der Tausendsassa Helge Schneider ein neues Album aufgenommen hat, mehr als willkommen. Sein Label Roof Music schreibt hierzu: „In dieser Zeit der infamen Networkanschuldigungen und irreal gewienerten Benutzeroberflächen, wohlgemerkt Software, ist es anscheinend einem übernatürlichen Superwunder gelungen, eine sich selbsterklärende ‚normale‘ Schallplatte hinzubekommen.“ Diese Platte, die morgen erscheint, hat der 65-jährige Jazzmusiker, Komiker und Schauspieler „Mama“ (Roof Music/Rough Trade) getauft und sei „sein neuester Ausbund an Ehrlichkeit in Form von Musik“.

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My Morning Jacket: The Waterfall II

Völlig überraschend kündigten My Morning Jacket Anfang Juli ein neues Album an. Wenige Tage später war „The Waterfall II“ (ATO/[PIAS]/Rough Trade) schon digital erhältlich; die physischen Editionen folgen Ende August. Diese Nachricht war für langjährige Fans der 1998 gegründeten Band Grund zum Jubeln.

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Popscene Radio-Launch

Heute, am 01.06.2020, ist das Popscene Radio gestartet. Meine erste Popscene Radio Sendung heißt „Tipps 4 Hits“ und in meiner ersten Sendung, die im Juni immer wieder läuft gibt es u.a. ein Interview mit Jasmin Tabatabai und Musik von blackmail, BC Camplight, IDLES, Robin Proper-Sheppard (Sophia) und Alison Mosshart (The Kills, The Dead Weather).

Das Jingle stammt von Thomas Peter (Thrill Of Joy) und wurde von Citizen Tim gemastert. Beiden gilt mein besonderer Dank! Und ein besonderes Herzel geht raus an Markus Brixius, der immer (genauer gesagt seit über zehn Jahen!) ein offenes Ohr und Herz für meine Ideen hat.

Für mich wird mit dem Sendestart ein weiterer Traum wahr. Es ist noch nicht alles perfekt, aber ein Anfang ist gemacht.

Ozzy Osbourne: Ordinary Man

In den letzten beiden Jahren musste Ozzy Osbourne die gemeinsame Tournee mit Judas Priest aus gesundheitlichen Gründen zwei Mal verschieben. Erst sollte sie Anfang 2019, dann Anfang 2020 stattfinden. Nunmehr ist sie für November/Dezember angedacht. Im Januar erklärte er dann, an Parkinson erkrankt zu sein. Dabei hatte er in den vergangenen Monaten bereits mit einer Lungenentzündung und den Folgen eines Sturzes zu kämpfen. Umso erfreulicher ist es bei diesen Negativschlagzeilen, dass er mit „Ordinary Man“ (Sony Music) das erste Album seit 2010 („Scream“) veröffentlicht hat.

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Top Ten-Alben 2019

Musik gehört zum Leben. Womöglich wüsste jeder einen Song oder ein Album für eine bestimmte Stimmungslage. Auch wenn sich das Musikgeschäft von Jahr zu Jahr verändert und physische Tonträger an Wert zu verlieren scheinen, Musik ist nicht aus dem Leben wegzudenken.

In Sachen guter Laune waren Deichkind dieses Jahr unschlagbar; ging es um In-Melancholie-baden waren es The Twilight Sad, knapp vor Nick Cave & The Bad Seeds. The Twilight Sad (Maifeld Derby, Mannheim) bescherten mir zudem das schönste Konzerterlebnis des Jahres. Ebenfalls unvergessen bleiben die Shows von Idles (Siren‘s Call, Luxemburg), Sacred Reich (Garage, Saarbrücken) und vor allem Feist (Reeperbahnfestival, Hamburg).

Top Ten 2019

1. Deichkind „Wer Sagt Denn Das?“

2. The Twilight Sad „It Won/t Be Like This All The Time“

3. Nick Cave & The Bad Seeds „Ghosteen“

4. Exhorder „Mourn The Southern Skies“

5. Fontaines D.C. „Dogrel“

6. Steve Mason „About The Light“

7. Kate Tempest „The Book Of Traps And Lessons“

8. Liam Gallagher „Why Me? Why Not.“

9. „Tiny Changes: A Celebration Of Frightened Rabbit‘s The Midnight Organ Fight“ (Frightened Rabbit-Coveralbum)

10. Michael Kiwanuka „KIWANUKA“

Außerdem sehr zu empfehlen:

A Mote Of Dust, Angel Olsen, Bat For Lashes, Belle & Sebastian, Big Thief, Billie Eilish, Blackwater Holylight, Chelsea Wolfe, Common, Dendemann, Die Höchste Eisenbahn, Earth, Elbow, Fortuna Ehrenfeld, Gorillaz, Life Of Agony, Lost Under Heaven, Mudhoney, Nebula, Petrol Girls, Sacred Reich, Sleaford Mods, Sunn 0))), Thees Uhlmann, Thom Yorke, Weyes Blood

Belle & Sebastian „Days Of The Bagnold Summer“

Glasgows wundervolle Indiepopper sind zurück. Einen Monat nach ihrem fünftägigen Bootstrip „The Boaty Weekender“, der in Barcelona begann, in Cagliari endete und auf dem sie von Mogwai, Yo La Tengo, Camera Obscura, Teenage Fanclub, The Buzzcocks und vielen weiteren Acts begleitet wurden, erschien just das zehnte Belle & Sebastian-Album „Days Of The Bagnold Summer“.

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Frightened Rabbit „Tiny Changes – A Celebration of Frightened Rabbit‘s The Midnight Organ Fight“

Am 9. Mai des vergangenen Jahres wurde Frightened Rabbitt-Frontmann Scott Hutchison als vermisst gemeldet. Familienangehörige und Freunde, viele davon schottische Musiker, sorgten sich um ihren Landsmann, nachdem dieser auf Twitter gepostet hatte: „Be so good to everyone you love. It‘s not a given. I‘m so annoyed that it’s not. I didn‘t live by that standard and it kills me. Please, hug your loved ones.“ Darauf folgte noch ein letzter Tweet: „I‘m away now. Thanks.“ Einen Tag später wurde in Edinburgh Hutchinsons Leiche entdeckt. Er wurde nur 36 Jahre alt.

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Biffy Clyro „Balance, Not Symmetry“

Letzte Woche Dienstag (14.5.) wurde bekannt, dass nur drei Tage später das neue Biffy Clyro-Album „Balance, Not Symmetry“ erscheinen würde. Wer die Social Media-Kanäle der Schotten abonniert hat, wusste seit spätestens Februar, dass die Band mit dem Schreiben neuer Songs begonnen hatte. Auf Instagram sah man Sänger und Gitarrist Simon Neil mit Stift und Notizbuch auf dem Bett beim Ideensammeln.

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