Shame: Songs Of Praise

Shame gehören zu den wilden Post-Punk-Newcomern, die in den jüngeren Jahren insbesondere von Großbritannien und Irland aus die Herzen unzähliger Fans weltweit eroberten. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise an Fontaines D.C., The Murder Capital (beide aus Dublin) und die schon leicht „betagteren“ Idles (Bristol) erinnert.

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Nick Cave: Idiot Prayer – Nick Cave Alone At Alexandra Palace

Aktuell erscheinen die ersten Alben, die während der Corona-Pandemie bzw. eines damit verbundenen Lockdowns entstanden sind oder zumindest fertiggestellt wurden. Deren Zahl dürfte in den kommenden Wochen und Monaten noch deutlich anwachsen. Denn was bleibt den Musikerinnen und Musikern schon anderes übrig, als sich in dieser für sie völlig ungewohnten und schwierigen Zeit zurückzuziehen, Songs zu schreiben und aufzunehmen?

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Fleet Foxes: Shore

Mit einem Tag Vorlauf veröffentlichten die Indiefolker Fleet Foxes ihr viertes Album „Shore“ – ausschließlich digital, denn sowohl CD als auch LP werden erst im Februar erscheinen. Wobei dies eher ein Album von Frontmann Robin Pecknold ist, der mit verschiedenen Gästen und einem Kinderchor die 15 Songs als Hommage an seine Idole Arthur Russell, Nina Simone und Sam Cooke fertigstellte – teils noch während der Corona-Pandemie.

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Helge Schneider: Mama

Es braucht kein Corona, um das aktuelle Weltgeschehen mit Sorge zu betrachten. Und es braucht keinen Pessimismus, um betrübt auf das zu blicken, was hierzulande und sonstwo auf der Welt passiert. Den Kopf mal freizubekommen, auf andere Gedanken zu kommen, das ist wichtig. Insofern ist die Nachricht, dass der Tausendsassa Helge Schneider ein neues Album aufgenommen hat, mehr als willkommen. Sein Label Roof Music schreibt hierzu: „In dieser Zeit der infamen Networkanschuldigungen und irreal gewienerten Benutzeroberflächen, wohlgemerkt Software, ist es anscheinend einem übernatürlichen Superwunder gelungen, eine sich selbsterklärende ‚normale‘ Schallplatte hinzubekommen.“ Diese Platte, die morgen erscheint, hat der 65-jährige Jazzmusiker, Komiker und Schauspieler „Mama“ (Roof Music/Rough Trade) getauft und sei „sein neuester Ausbund an Ehrlichkeit in Form von Musik“.

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My Morning Jacket: The Waterfall II

Völlig überraschend kündigten My Morning Jacket Anfang Juli ein neues Album an. Wenige Tage später war „The Waterfall II“ (ATO/[PIAS]/Rough Trade) schon digital erhältlich; die physischen Editionen folgen Ende August. Diese Nachricht war für langjährige Fans der 1998 gegründeten Band Grund zum Jubeln.

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Ozzy Osbourne: Ordinary Man

In den letzten beiden Jahren musste Ozzy Osbourne die gemeinsame Tournee mit Judas Priest aus gesundheitlichen Gründen zwei Mal verschieben. Erst sollte sie Anfang 2019, dann Anfang 2020 stattfinden. Nunmehr ist sie für November/Dezember angedacht. Im Januar erklärte er dann, an Parkinson erkrankt zu sein. Dabei hatte er in den vergangenen Monaten bereits mit einer Lungenentzündung und den Folgen eines Sturzes zu kämpfen. Umso erfreulicher ist es bei diesen Negativschlagzeilen, dass er mit „Ordinary Man“ (Sony Music) das erste Album seit 2010 („Scream“) veröffentlicht hat.

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Belle & Sebastian „Days Of The Bagnold Summer“

Glasgows wundervolle Indiepopper sind zurück. Einen Monat nach ihrem fünftägigen Bootstrip „The Boaty Weekender“, der in Barcelona begann, in Cagliari endete und auf dem sie von Mogwai, Yo La Tengo, Camera Obscura, Teenage Fanclub, The Buzzcocks und vielen weiteren Acts begleitet wurden, erschien just das zehnte Belle & Sebastian-Album „Days Of The Bagnold Summer“.

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Frightened Rabbit „Tiny Changes – A Celebration of Frightened Rabbit‘s The Midnight Organ Fight“

Am 9. Mai des vergangenen Jahres wurde Frightened Rabbitt-Frontmann Scott Hutchison als vermisst gemeldet. Familienangehörige und Freunde, viele davon schottische Musiker, sorgten sich um ihren Landsmann, nachdem dieser auf Twitter gepostet hatte: „Be so good to everyone you love. It‘s not a given. I‘m so annoyed that it’s not. I didn‘t live by that standard and it kills me. Please, hug your loved ones.“ Darauf folgte noch ein letzter Tweet: „I‘m away now. Thanks.“ Einen Tag später wurde in Edinburgh Hutchinsons Leiche entdeckt. Er wurde nur 36 Jahre alt.

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Biffy Clyro „Balance, Not Symmetry“

Letzte Woche Dienstag (14.5.) wurde bekannt, dass nur drei Tage später das neue Biffy Clyro-Album „Balance, Not Symmetry“ erscheinen würde. Wer die Social Media-Kanäle der Schotten abonniert hat, wusste seit spätestens Februar, dass die Band mit dem Schreiben neuer Songs begonnen hatte. Auf Instagram sah man Sänger und Gitarrist Simon Neil mit Stift und Notizbuch auf dem Bett beim Ideensammeln.

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Cat Power: Wanderer

Die Freude über die Rückkehr Chan Marshall, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Cat Power, ist riesig. Die letzte Begegnung mit ihr war im Sommer 2014 anlässlich ihres Gastspiels in der Escher Rockhal. Und es war ein Abend, den wohl niemand vergessen werden kann, der ihn miterlebte. Er war sehr schön und sehr verstörend. Weiterlesen

Florence + The Machine: High As Hope

„Da ist sehr viel Liebe in dieser Platte, auch Einsamkeit, aber sehr viel Liebe“, sagt Florence Welch über „High As Hope“. Es ist das vierte Album ihrer Band Florence + The Machine, auch Florence And The Machine geschrieben. Auf dem hat sie sich von der Harfe, also jenem Instrument, das die Songs zu Beginn ihrer Karriere bestimmt hatte, noch nicht ganz verabschiedet. Sie ist aber deutlich in den Hintergrund gerückt und nicht mehr omnipräsent. Geblieben ist Welchs Hang zu ausschweifenden, groß angelegten Kompositionen. Obwohl sie nicht die ganz großen Klangwände aufzieht, sagt sie unmissverständlich: „Ich werde niemals minimal sein.“ Streicher, Piano, Choreinlagen und ihre unverwechselbare, sirenenhafte Stimme bestimmen weiterhin die „High As Hope“-Songs. Weiterlesen

Courtney Barnett: Tell Me How You Really Feel

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb vor dreieinhalb Jahren über die Australierin Courtney Barnett, sie stehe mit „einem Bein im Grunge“ und in der „Tradition der wild wuchernden Folk-Lyrik und des Talking Blues“ eines Woody Guthrie und Bob Dylan. „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“, das Debütalbum der jungen Singer-Songwriterin, wurde nahezu überall in den Himmel gelobt und landete in einigen Jahresbestenlisten. Wenig verwunderlich, denn Barnett überzeugte auf Anhieb, weil sie einerseits im Stile einer Polly Jean Harvey ihren Unmut herausschrie und dabei den Verzerrer ihrer E-Gitarre einschaltete und andererseits ruhige Lieder abseits des Massenstroms zum Besten gab. Weiterlesen