Max Richter und Minor Victories: Von und hin zur Klassik

Pop- und Rockkünstler tendieren dazu, etwa alle zwei bis fünf Jahre neue Musik oder ein neues Album zu veröffentlichen. Bei Klassikkomponisten ist das anders. Wer sich anschaut, was beispielsweise der in Deutschland geborene Brite Max Richter allein in letzten drei Jahren an neuer Musik hervorgebracht hat, wird sich verwundert die Augen reiben: Das Angebot reicht von seinem fast achteinhalbstündigen Mammut-Album „Sleep“ über Musik für TV Serien (siehe „The Leftovers“) bis hin zu Film-Soundtracks. Weiterlesen

Metallica: Hardwired… To Self-Destruct

Über Metallica zu lästern, ist ein Leichtes. Gründe dafür gibt es gleich mehrere: Der nach Meinung vieler Fans unsympathische und mittelmäßige Schlagzeuger Lars Ulrich. Die zahlreichen musikalischen Enttäuschungen seit dem 1988er Album „… And Justice For All“ (Oder doch schon seit „Masters Of Puppets“ von 1986, dem letzten Album mit dem legendären Bassisten Cliff Burton?) Die in der Doku „Some Kind Of Monster“ zur Schau getragenen, teils peinlichen Bandquerelen. Und nicht zuletzt James Hetfields jüngste Äußerungen, er genieße es, in seiner Freizeit Tiere zu jagen: „Das ist etwas zutiefst Befriedigendes. Je näher ich dem Tod komme, desto lebendiger fühle ich mich.“ Puh, das muss erst mal verdaut werden. Weiterlesen

Nick Cave & The Bad Seeds: Skeleton Tree

Als im Februar 2013 „Push The Sky Away“ auf den Markt kam, kam die Frage auf, ob Nick Cave & The Bad Seeds dieses je übertreffen werden können. „Push The Sky Away“ ist auch viele Monate nach seinem Erscheinen noch das bis dato beste Werk der Band, da unglaublich intensiv, spannend und lebendig. Als im Juli des vergangenen Jahres Nick Caves 15-jähriger Sohn Arthur, einer von Vieren, in der Nähe seiner Heimatstadt Brighton von einer Klippe stürzte und verstarb, war offen, ob und wann die Band ein weiteres Album aufnehmen werde. Denn wie würde der Mann, der sich in seinen Texten häufig mit der düsteren Seite des Lebens befasst, dieses Unglück verarbeiten? Weiterlesen

Beginner: Advanced Chemistry

Die Beginner, die anfangs noch Absolute Beginner hießen, melden sich 13 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Blast Action Heroes“ zurück. Und wie! „Ahnma“, der erste Vorbote ihres Comeback-Albums „Advanced Chemistry“ (Universal), erschien vor einigen Wochen. Ein irrsinnig guter Song, mit dem es Jan Eißfeldt alias Jan Delay, Dennis Lisk alias Denyo und Guido Weiss alias DJ Mad allen zeigen konnten, was sie noch draufhaben. „Ahnma“ besticht durch mächtige Beats, astreine Reime und eine zeitgemäße Produktion. Es ist ein monströser Track, dem der Hamburger Rapper Gzuz, der Mitglied der 187 Strassenbande ist, mit seiner heiser-rauen Stimme mit geballter Faust seinen Stempel aufdrückt. Erst dachten einige alte Fans, die Beginner würden jetzt vielleicht Straßen- oder Gangsta-Rap machen und hätten ihren leichtfüßigen, ironischen HipHop aus kommerziellen Gründen verraten. Pusteblume! Weiterlesen

Star Wars: The Force Awakens

Die Uhr tickt runter. Der Kinostart des lang ersehnten siebten Teils der „Star Wars“-Reihe steht endlich bald an. Am 14. Dezember feiert der Film in Los Angeles Weltpremiere, drei Tage später wird er abertausende „Star Wars“-Fans in die deutschen Kinosäle locken. Zu Recht. Denn wer will nicht wissen, wie die Geschichte der bereits etablierten Helden des Weltraums weitergehen wird… Weiterlesen

Wanda: Bussi

Musikrezensenten sehen sich viel zu häufig mit neuen Trends konfrontiert. Meist geht ein regelrechter Aufruhr durch die Kritikergilde, weil das nächste heiße, große Ding ausgemacht wurde. Geschlossene Begeisterung ist angesagt. Das passiert so oft, dass auf Dauer eine Abstumpfung kaum zu vermeiden ist. Die neueste sagenhafte Entdeckung provoziert in diesem Fall höchstens noch ein Achselzucken. Die Lust, sich die Musik anzuhören, schwindet gegen null. Weiterlesen

East Cameron Folkcore: Kingdom Of Fear

Es braucht keine Überdosis Pessimismus, um bei alledem, was um einen herum und auf der Welt geschieht, wenig optimistisch in die Zukunft zu blicken. Natürlich sollte nicht alles schwarz gemalt werden und die Desillusion die Oberhand gewinnen. Dennoch ist es Zeit, die Menschen wachzurütteln und mit dem Finger auf Missstände aufmerksam zu machen. Das genau ist die Intention von East Cameron Folkcore mit ihrem neuen Album „Kingdom Of Fear“. Weiterlesen

Lily Allen: Sheezus

Lily Allen, die seit ihrer Vermählung mit bürgerlichem Namen Lily Rose Beatrice Cooper heißt, hat nach längerer Familienpause endlich wieder Lust auf Pop. Vor fünf Jahren sah es noch danach aus, als würde sie ihre Popkarriere an den Nagel hängen. Diese „Drohung“ hat sie glücklicherweise nicht wahr gemacht und nach der Geburt zweier Kinder und der Hochzeit mit Sam Cooper diese doch fortgesetzt. Ihr Comeback-Album und damit das erste seit „It‘s Not Me, It‘s You“ (2009) trägt den Titel „Sheezus“. Weiterlesen

Wovenhand: Refractory Obdurate

Was für ein Album. David Eugene Edwards, der Kopf hinter Wovenhand (oder auch Woven Hand) hat ein Meisterwerk erschaffen. Waren seine vorherigen Alben – egal ob mit der Vorgängerband 16 Horsepower, solo oder eben mit der vor zwölf gegründeten Band Wovenhand – nie schlecht, mit „Refractory Obdurate“ übertrifft er alles Vorherige. Weiterlesen

Elbow: The Take Off And Landing Of Everything

Wenn die großen Melancholiker etwas machen, dann machen sie es richtig. Ein neues Elbow-Album zu hören, ist, wie einem engen Freund nach Jahren endlich wieder zu begegnen. Es kann noch so lange her sein – es fühlt sich gleich so an, als sei das letzte Treffen erst gestern gewesen. Auf „The Take Off And Landing Of Everything“ übertragen heißt das: Bei dem ersten Song „This Blue World“ hat sich nach kaum drei Minuten bereits ein Gefühl der absoluten Vertrautheit eingestellt. Da sind sie wieder: die unverwechselbare Stimme von Guy Garvey, die opulent aufgetragene Betrübtheit und die feinfühlige Instrumentierung mit Klassik-Begleitung. All das, was Elbow auszeichnet. Weiterlesen

Bohren & Der Club Of Gore: Piano Nights

„Liebe Freunde der unspektakulären Musik, ‚Segeln ohne Wind’ – Bohren & Der Club Of Gore sind glücklich und stolz, ein neue Veröffentlichung anzukündigen.“ Mit diesen Worten und in dunkelgrauer Schrift vor pechschwarzem Hintergrund bewirbt die Mülheimer Band derzeit auf ihrer Website die Veröffentlichung ihres Studioalbums „Piano Nights“. „Unspektakulär“ und „Segeln ohne Wind“ sind zweifelsohne äußerst treffende Umschreibungen für das, was Thorsten Benning, Morten Gass, Robin Rodenberg und Christoph Clöser auf ihren Platten zelebrieren: die Langsamkeit, das Spartanische, die Stille und die Atmosphäre. Weiterlesen

Marteria: Zum Glück In Die Zukunft II

Was er auch anpackt, es wird stets gut. Meist sogar besser als gut. Die Rede ist von Marten Laciny, der fast mal Profifußballer geworden wäre und heute als Rapper unter den Namen Marsimoto und Marteria auftritt. Nach wie vor ist er glühender Anhänger seines damaligen Vereins: des FC Hansa Rostock, der derzeit mit Saarbrücken und Elversberg in der 3. Fußball-Liga spielt. Auf dem Banner der Facebook-Seite des Vereins wirbt er derzeit sogar für neue Mitglieder. Weiterlesen