Elbow: The Take Off And Landing Of Everything

Wenn die großen Melancholiker etwas machen, dann machen sie es richtig. Ein neues Elbow-Album zu hören, ist, wie einem engen Freund nach Jahren endlich wieder zu begegnen. Es kann noch so lange her sein – es fühlt sich gleich so an, als sei das letzte Treffen erst gestern gewesen. Auf „The Take Off And Landing Of Everything“ übertragen heißt das: Bei dem ersten Song „This Blue World“ hat sich nach kaum drei Minuten bereits ein Gefühl der absoluten Vertrautheit eingestellt. Da sind sie wieder: die unverwechselbare Stimme von Guy Garvey, die opulent aufgetragene Betrübtheit und die feinfühlige Instrumentierung mit Klassik-Begleitung. All das, was Elbow auszeichnet. Weiterlesen

Bohren & Der Club Of Gore: Piano Nights

„Liebe Freunde der unspektakulären Musik, ‚Segeln ohne Wind’ – Bohren & Der Club Of Gore sind glücklich und stolz, ein neue Veröffentlichung anzukündigen.“ Mit diesen Worten und in dunkelgrauer Schrift vor pechschwarzem Hintergrund bewirbt die Mülheimer Band derzeit auf ihrer Website die Veröffentlichung ihres Studioalbums „Piano Nights“. „Unspektakulär“ und „Segeln ohne Wind“ sind zweifelsohne äußerst treffende Umschreibungen für das, was Thorsten Benning, Morten Gass, Robin Rodenberg und Christoph Clöser auf ihren Platten zelebrieren: die Langsamkeit, das Spartanische, die Stille und die Atmosphäre. Weiterlesen

Marteria: Zum Glück In Die Zukunft II

Was er auch anpackt, es wird stets gut. Meist sogar besser als gut. Die Rede ist von Marten Laciny, der fast mal Profifußballer geworden wäre und heute als Rapper unter den Namen Marsimoto und Marteria auftritt. Nach wie vor ist er glühender Anhänger seines damaligen Vereins: des FC Hansa Rostock, der derzeit mit Saarbrücken und Elversberg in der 3. Fußball-Liga spielt. Auf dem Banner der Facebook-Seite des Vereins wirbt er derzeit sogar für neue Mitglieder. Weiterlesen

Warpaint: Warpaint

Im Vorfeld der Veröffentlichung des zweiten Warpaint-Albums erklärte deren Gitarristin/Sängerin Theresa Wayman laut dem deutschen Pop-Magazin „Spex“, sie würde „rückblickend gerne ein oder zwei Dinge ändern. Aber wer weiß, vielleicht würde dadurch alles nur noch schlimmer?“ Sie hätte keine Ahnung, was richtig und falsch sei und wüsste, dass man nach einer gewissen Zeit die Dinge anders beurteile. Vor allem aber könne sie nicht verstehen, dass ihr viele beteuerten, die Songs würden wie aus einem Guss klingen. Die gesamte Band empfände das anders. Weiterlesen

Mogwai: Rave Tapes

Hausbesitzer sind nie zufrieden und mit der Arbeit fertig. Immer wieder gibt es etwas Neues, das es zu reparieren oder zu verbessern gilt. Das Haus von Stuart Braithwaite, John Cummings, Barry Burns, Dominic Aitchison und Martin Bulloch heißt Mogwai. Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 haben die Schotten unaufhörlich an ihrer Musik gefeilt und ihren Klang zu optimieren versucht. Jetzt erscheint ihr achtes Studioalbum „Rave Tapes“ und überrascht mit elektronisch-sphärischen Klängen, die gar Erinnerungen an die Frühwerke von John Carpenters Soundtracks wecken. Weiterlesen

Midlake: Antiphon

Stagnation ist der Tod eines jeden Künstlers. Insofern lagen Midlake richtig, für ihr viertes Album „Antiphon“ ihrer Musik eine Generalüberholung zu gönnen. Was sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass mitten in den Aufnahmen Sänger, Gitarrist und Songschreiber Tim Smith ausstieg (neue Band: Harp). Daraufhin übernahm Gitarrist Eric Pulido die Rolle des Frontmanns. Weiterlesen

Robbie Williams: Swings Both Ways

Seine letzten Studioalben waren beileibe nicht das Gelbe vom Ei. Insofern ist es als Musikliebhaber, der Robbie Williams durchaus wohlgesonnen gegenüber steht, sehr zu begrüßen, dass dieser nun auf eine alte erfolgreiche Masche zurückgreift. Wie schon im November 2001, als „Swing When You’re Winning“ zu seinem bis heute zweiterfolgreichsten Album avancierte, veröffentlicht er jetzt wieder kurz vor Weihnachten ein Album mit Swing-Musik. Waren es damals vornehmlich Coversongs, hat Williams mit dem Songschreiber und Produzenten Guy Chambers für „Swings Both Ways“ neben Neuinterpretationen diverser Klassiker auch sechs gemeinsam komponierte neue Songs aufgenommen. Liegt es einfach nur am Swing, der ihm so gut steht, oder an Chambers, dass dies Williams‘ beste Songs seit Jahren sind? Weiterlesen

The Lumineers: The Lumineers

Die ersten fünf Jahre waren Wesley Keith Schultz (Gesang, Gitarre, Piano) und Jeremiah Caleb Fraites (Schlagzeug, Mandoline) nur zu zweit. 2010 stieg dann Cellistin Neyla Pekarek ein; im letzten Jahr kamen Multiinstrumentalist Stelth Ulvang und Bassist Ben Wahamaki dazu. Damit waren The Lumineers komplett. Weiterlesen

Fettes Brot : 3 Is Ne Party

Eine Platte wie eine unglaublich geniale Party ohne anschließenden Kater – nicht nur inhaltlich und musikalisch. Das gilt bereits für die Verpackung. Unter den Plastikträger, der die CD hält, wurde Konfetti geklemmt, das einem beim Öffnen der CD-Hülle natürlich gleich entgegen fällt. Ein schöner Spaß und passend zu dem, was Fettes Brot auf „3 Is Ne Party“ feilbieten. Weiterlesen

James Blake: Overgrown

Mit seinem nach ihm benannten ersten Album sorgte der britische Musiker James Blake für viele offene Münder. Er brillierte mit einer Musik, die vor zwei Jahren im Mainstream noch weitgehend unbekannt war. Insofern ist sein damaliger Erfolg umso höher zu bewerten. Weiterlesen

The Strokes: Comedown Machine

Sind unsere Erwartungen heutzutage einfach zu hoch? Ist es falsch, von einer Band zu erwarten, ein gewisses Niveau nicht zu unterschreiten? Insbesondere von einer, die einst ein legendäres Debütalbum veröffentlichte, das viele rauf und runter hörten und das wohl all denen auch heute noch eine Gänsehaut über den Rücken jagt? Weiterlesen

The Sheepdogs: The Sheepdogs

An alle Fans von Kings Of Leon, The Black Keys oder Stillwater, der fiktiven Band aus Cameron Crowe’s preisgekröntem Film „Almost Famous“: Schon einmal von The Sheepdogs gehört? Nein? Das muss sich ändern – aber schleunigst. Ihr simpel betiteltes Album „The Sheepdogs“ ist ein Meisterwerk. Weiterlesen