Jack White: Frozen Charlotte

Wäre man gemein, könnte man Jack White vorwerfen, ein One-Trick-Pony zu sein. Der Blues/Garage Rock, den er heute spielt, kennt man in weiten Teilen bereits von seiner Band The White Stripes. Blickt man von einer anderen Perspektive auf den 50-jährigen Sänger und Musiker, könnte man ihm attestieren, sich in kreativer Hinsicht weiterhin treu zu bleiben. Man weiß, was man bekommt, wenn man ein Album von Jack White kauft oder anklickt.

Dennoch ist er immer noch für Überraschungen gut. Denn mitten in seiner Europatournee und nur einen Monat vor dessen Erscheinen kündigte er sein siebtes Soloalbum „Frozen Charlotte“ an. Zusammen mit seiner Band – Dominic Davis am Bass, Bobby Emmett am Keyboard und Patrick Keeler am Schlagzeug – nahm er dieses in seinem Studio in Nashville auf. Es erscheint natürlich auf seinem eigenen Label Third Man Records. White ist längst ein gewiefter Geschäftsmann, der auch Bücher verlegt, ein Vinylpresswerk unterhält und in seinen Third Man Records-Läden Lesungen und Konzerte veranstaltet.

White hat nicht nur einen ausgeprägten wie beneidenswerten Geschäftssinn (und Style!), er weiß auch, wie er in seinem musikalischen Segment die Spannung aufrechthält. Obwohl die neuen Songs die The White Stripes-DNA in sich tragen (was auch an seinem Gesang liegt), langweilt einen „Frozen Charlotte“ nicht. Er hat es einfach drauf und streut hier und da interessante Rhythmen („There’s Nobody There“), wunderschöne Melodien („I Can’t Believe What I’m Hearing“) oder spannende Elemente ein – beispielsweise Rage Against The Machine-Gitarreneffekte („Derecho Demonico“) und einen Frauenchor („Nobody Knows“). Nicht zu vergessen den herrlich antiquierten Gesamtsound.