My Morning Jacket: Circuital

My Morning Jacket: Mit Frauenchor in der Leichenhalle
Ein Musikkritiker ist immer auch Musikfan und damit subjektiv. Alexis Petridis, Kritiker der britischen Tageszeitung „The Guardian„, schrieb unlängst in einem hervorragenden Artikel über die Tatsache, dass er in Sachen Musik-Rezeption von seiner vierjährigen Tochter noch etwas lernen könne: Der Job des Musikkritikers sei es, die Leser vom eigenen Geschmack zu überzeugen. Stimmt! Insofern sollen die nächsten Zeilen dazu dienen, jeden von der Rock-Band My Morning Jacket, genauer gesagt von deren Album „Circuital“, zu überzeugen. Weiterlesen

Ray Luzier: Keine Lust auf ein Celebrity-Dasein

Ray Luzier wurde in West Newton, Pennsylvania im Schoße einer unmusikalischen Lehrerfamilie groß. Er war noch ein Kind, als ihm seine Eltern ein Schlagzeug schenkten und damit das Instrument, von dem er nicht mehr lassen konnte. Der heute 40-Jährige studierte Musik, arbeitete als Schlagzeuglehrer und hat schon für den ehemaligen Ozzy Osbourne-Gitarristen Jake E. Lee, Bill Sheehan und David Lee Roth die Stöcke geschwungen. Es war alles dabei: von Thrash Metal bis Jazz. Seit Oktober 2007 sitzt er für Korn hinter dem Schlagzeug. Ein Gespräch mit Luzier über seinen Werdegang, sein anspruchsvolles Engagement bei den Nu Metal-Urgesteinen Korn und sein Geheimrezept beim Vorspielen. Weiterlesen

Jon Spencer Blues Explosion: Präzise gelärmt

Der Andrang in der Escher Kulturfabrik am Mittwochabend war relativ bescheiden. Lediglich geschätzte 350 Fans waren gekommen, um einem der rar gewordenen Auftritte der Jon Spencer Blues Explosion beizuwohnen.
Das New Yorker Trio, das 1991 von dem namensgebenden Sänger und Gitarristen Jon Spencer sowie Gitarrist Judah Bauer und Schlagzeuger Russell Simins gegründet wurde, ist über die letzten Jahre doch sehr in Vergessenheit geraten und konnte höchstens noch einige der älteren Fans aus ihrer Hochphase in den Neunzigern anlocken. Weiterlesen

Blackmail: Anima Now!

Die Stimme zu verlieren, das stellt für eine Band einen massiven Einschnitt dar. Die übriggebliebenen Musiker sehen sich ganz automatisch mit mehreren Fragen konfrontiert: Werden die Fans die Neue oder den Neuen akzeptieren? Passt die neue Stimme zu den alten Songs? Kann das neue Mitglied die alten Songs mit ähnlicher Inbrunst wie der Vorgänger darbieten? Wäre es nicht konsequent, bei dem Wechsel auf solch einem markanten Posten, gleich auch den Bandnamen zu ändern? Vielleicht. Aber andere Bands haben schon Ähnliches erlebt und sind nicht auf die Nase gefallen. Weiterlesen

Bon Iver: Bon Iver

Einen Song einem Ort widmen, diese Idee verfolgte Justin Vernon, der Mann hinter dem Projekt Bon Iver, für sein zweites Album. Neu war für Vernon auch die grundlegende Herangehensweise. Statt wie bei seinem Debüt draußen im Nirgendwo sich in eine Holzhütte einzuschließen, die Gedanken um Sorgen, Trauer und Ängste kreisen zu lassen, bis dass genügend umwerfende melancholische Songs herausspringen, schlug er für „Bon Iver“ nicht den Alleingang ein. Weiterlesen

Angus & Julia Stone: Mehr als ein Geheimtipp

Steve Smyth eröffnete diesen Folk-Abend. Er stammt wie das Geschwisterpaar Angus & Julia Stone aus Australien. Wer über ihn im Internet recherchiert und dabei seine Homepage aufsucht, findet einen Mann im Anzug und mit Fliege und Hut vor. Ob das wirklich derselbe schwergewichtige Kerl war, der am Dienstag im Club der Rockhal auftrat? Weiterlesen

Datashock: Der kleinste gemeinsame Nenner

Sie behaupten, „junge Punks“ zu sein, die einen auf „alte Hippies“ machen. Die sechs Kern-Musikerinnen und -Musiker des Krautrock-Kollektivs Datashock lernten sich einst in einem selbstverwalteten Jugendzentrum in Saarlouis kennen. Heute machen sie „altbackene“ Musik, das aber auf moderne Art und Weise und hohem Niveau, wie ihr aktuelles viertes Album „Pyramiden von Giessen“ zeigt. Kai Florian Becker sprach mit Gründer Pascal Hector sowie Jan Werner und Sebastian Haas. Weiterlesen

Bernd Begemann: Ein Augenblick der Verstörtheit

Bernd Begemann, Jahrgang 1962, ist in Saarbrücken ein gern gesehener Gast. Immerhin hat der Wahlhamburger hier schon sieben Mal gespielt. Er ist beliebt, dieser grundsympathische Musiker, der in steter Regelmäßigkeit mal mit Band, mal als Alleinunterhalter durch die Lande zieht. Kai Florian Becker sprach mit dem Vagabunden Begemann. Weiterlesen