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	<title>KAI FLORIAN BECKER (KFB) &#187; konzertrezensionen</title>
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		<title>Korn: Beengendes Klang-Korsett</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 23:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bereits zum zweiten Mal besuchten die Nu Metal-Ikone Korn die Escher Rockhal. Wie schon im Juni 2009 legten sie erneut im Rahmen ihrer Festivaltournee eine Zwischenstation ein. 90 Minuten dauerte ihr Gastspiel. Dabei präsentierten sie sowohl altbewährte Hits als auch neue Lieder.

Es geht doch nicht über ein gutes Aufwärmprogramm. Nach zwei Vorgruppen stand am ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits zum zweiten Mal besuchten die Nu Metal-Ikone Korn die Escher Rockhal. Wie schon im Juni 2009 legten sie erneut im Rahmen ihrer Festivaltournee eine Zwischenstation ein. 90 Minuten dauerte ihr Gastspiel. Dabei präsentierten sie sowohl altbewährte Hits als auch neue Lieder.<span id="more-785"></span></p>
<p>Es geht doch nicht über ein gutes Aufwärmprogramm. Nach zwei Vorgruppen stand am Sonntagabend ein langhaariger, wie wild sein Haupthaar rotierender DJ auf der Bühne der Rockhal und rief mit seinem Macbook einen kurzweiligen Mix aus Nu Metal-Hits ab, der die knapp 1.900 Korn-Fans in Stimmung brachte. Insbesondere als &#8220;Angels Deserve To Die&#8221; aus der Feder der nicht minder bekannten, erfolgreichen wie beliebten Nu Metal-Band System Of A Down, die wie Korn einen hohen künstlerischen Anspruch hat und der Progression durchaus offen gegenüber steht, ertönte. Der &#8220;Musikexpress&#8221; schrieb dieser Tage, System Of A Down sei &#8220;die vielleicht wichtigste Metal-Band der vergangenen Dekade&#8221;. Vielleicht ist dem so. Andererseits sollte man gemeinhin mit Superlativen vorsichtig sein und weniger inflationär mit ihnen um sich schmeißen. Zumal auch Korn in ihrer nunmehr 18-jährigen Laufbahn einen nicht unwesentlichen Teil zur Etablierung des Genres Nu Metal beziehungsweise Crossover beigetragen haben. Vor Jahren hörte man doch aus nahezu jedem Proberaumloch Korn-mäßige Töne nach draußen dringen. Was heute kaum mehr vorstellbar erscheint.</p>
<p>Die Luft ist bei den Korn-Begründern Jonathan Davis, James Shaffer alias Munky und Reginald Arvizu, auch Fieldy genannt, aber noch nicht raus. Das machte dieser Auftritt deutlich. Allerdings auch, dass die über Jahre immer gleichen Gesten, Posen, Faxen und Sprüche (&#8220;Are you ready?&#8221;) mittlerweile langweilen. Dass Bassist Fieldy den Kopf seines Instruments immer noch in der Höhe seines linken Ohrläppchens rangiert, mögen die einen für authentisch erachten, andere drehen sich beim Anblick gelangweilt ab. Aber das gehört wohl oder übel zu Korn dazu. Gleichfalls die im Gesicht baumelnden Haare beziehungsweise Dreadlocks, die von Fieldy und Munky stark in Anspruch genommenen Bass- und Gitarrensaiten, die dadurch ganz unverwechselbare Töne preisgeben, und Jonathan Davis, der hinter dem vom Schweizer Künstler und &#8220;Aliens&#8221;-Erfinder H.R. Giger entworfenen Mikrophonständer seiner Wut und Aggression verbal freien Lauf lässt.</p>
<p>Viele Songs waren nach ähnlichem Muster gestrickt. Da erfreute es einen natürlich, wenn kurzzeitig ruhigere Töne angestimmt wurden oder ein brandneuer Song wie &#8220;Get Up&#8221; zum Einsatz kam, in dem Korn ihren Nu Metal mit groovenden Industrial-Klängen verfeinerten und mal aus ihrem auf Dauer beengendem Klang-Korsett schlüpften. Schön auch als auf &#8220;Shoots And Ladders&#8221;, einer der Hits auf ihrem 1994 veröffentlichten selbstbetitelten Debütalbum, den Davis auf seinem fast schon legendären Dudelsack einläutete, eine kurze Hommage an Metallica folgte. Bei &#8220;One&#8221; bewies Davis, dass er durchaus singen und nicht nur schreien oder sich die Töne aus der Lunge pressen kann. Am meisten faszinierte aber das, was Ray Luzier hinter einer Wagenburg aus Becken, Trommeln und Percussions feilbot. Mit welcher Präzision er zu Werke ging, das suchte seinesgleichen.</p>
<p>So ließ sich am Ende feststellen, dass Korn ihren Zenith noch (!) nicht überschritten haben und die im Vergleich zu 2009 geringere Zuschauerzahl eher der Tatsache geschuldet war, dass die Band in der Nacht zuvor auf dem verhältnismäßig nahegelegen Festival &#8220;Rock Am Ring&#8221; zu Gast war. Da dort auch System Of A Down und ähnlich geartete Bands anzutreffen waren, fiel der Zuschauerandrang in der Rockhal verständlicherweise etwas geringer aus. Mit dem Stellenwert der Kalifornier hatte dies weniger zu tun. Ihre Fans halten ihnen nach wie vor die Stange.</p>
<p>Kai Florian Becker (Juni 2011)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ozzy Osbourne: Danke, Ozzy!</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 23:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ozzy Osbourne, einer der berühmtesten Metal-Sänger, gastierte am Freitag in der Escher Rockhal. Seinem Ruf folgten knapp 5.000 Fans. Es war ein mehrere Generationen übergreifendes Metal-Konzert mit einer Songauswahl, die keine Wünsche offen ließ. Im Gegenteil: Sie barg viele positive Überraschungen. So war kein Song älter als von 1995 und damit aus der musikalisch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ozzy Osbourne, einer der berühmtesten Metal-Sänger, gastierte am Freitag in der Escher Rockhal. Seinem Ruf folgten knapp 5.000 Fans. Es war ein mehrere Generationen übergreifendes Metal-Konzert mit einer Songauswahl, die keine Wünsche offen ließ. Im Gegenteil: Sie barg viele positive Überraschungen. So war kein Song älter als von 1995 und damit aus der musikalisch besten Phase seiner Solokarriere.<span id="more-780"></span> Zudem waren ganze fünf aus dem Repertoire seiner vorherigen Band Black Sabbath (1969-1979), den Mitbegründern des Heavy Metal. Darunter die Klassiker &#8220;Iron Man&#8221;, Paranoid&#8221; und &#8220;War Pigs&#8221;, die heute noch von unzähligen Bands gespielt werden.<br />
Spannend war die Frage, wie der neue Gitarrist Gus G. abschneiden würde. Er kam 2009 für den von Fans und Kritikern hochgeschätzten Zakk Wylde in die Band. Der 30-Jährige Grieche zeigte, dass er sich nahtlos in die Reihe von Ausnahmegitarristen, die schon für Ozzy tätig waren, einfügt.</p>
<p>Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem &#8220;Prinzen der Finsternis&#8221; höchstpersönlich. Wie fit ist Ozzy noch? Ist er noch gut bei Stimme oder treffen die Gerüchte zu, dass ihn von hinter der Bühne ein Sänger unterstützt? Okay, er wackelte tattrig über die Bühne, fast roboterhaft. Dennoch sang er mit großer Inbrunst &#8211; ohne Geistersänger im Hintergrund &#8211; und sprühte nur vor Energie. Erst spritzte er mit einem Schlauch Schaum in die begeisterte Menge, später schüttete er eimerweise Wasser hinterher. Ganz der alte Ozzy. Letztlich war es genau der Abend, den man sich als Fan, der in seiner Jugend Ozzy vergötterte, gewünscht hatte. Danke, Ozzy.</p>
<p>Kai Florian Becker (Juni 2011)</p>
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		<title>Jon Spencer Blues Explosion: Präzise gelärmt</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 09:07:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Andrang in der Escher Kulturfabrik am Mittwochabend war relativ bescheiden. Lediglich geschätzte 350 Fans waren gekommen, um einem der rar gewordenen Auftritte der Jon Spencer Blues Explosion beizuwohnen.
Das New Yorker Trio, das 1991 von dem namensgebenden Sänger und Gitarristen Jon Spencer sowie Gitarrist Judah Bauer und Schlagzeuger Russell Simins gegründet wurde, ist über ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Andrang in der Escher Kulturfabrik am Mittwochabend war relativ bescheiden. Lediglich geschätzte 350 Fans waren gekommen, um einem der rar gewordenen Auftritte der Jon Spencer Blues Explosion beizuwohnen.<br />
Das New Yorker Trio, das 1991 von dem namensgebenden Sänger und Gitarristen Jon Spencer sowie Gitarrist Judah Bauer und Schlagzeuger Russell Simins gegründet wurde, ist über die letzten Jahre doch sehr in Vergessenheit geraten und konnte höchstens noch einige der älteren Fans aus ihrer Hochphase in den Neunzigern anlocken.<span id="more-792"></span> In jener Dekade veröffentlichten sie sage und schreibe sieben Studioalben und avancierten zu eine der coolsten und beliebtesten Bands im Indie-Underground. Ihr Blues-Punk war für damalige Verhältnisse einzigartig.</p>
<p>Kein Wunder, das Detroiter Geschwister-/Ehepaar The White Stripes, das in etwa einen ähnlichen Sound hatte, wurde erste Ende der Neunziger gegründet. Doch während Meg und Jack White von Album zu Album immer größere Erfolge feierten und letztlich zu Weltruhm gelangten, wurde es um die Jon Spencer Blues Explosion eher ruhiger. Im letzten Jahrzehnt erschienen gerade mal noch zwei Studioalben: &#8220;Plastic Fang&#8221; (2002) und &#8220;Damage&#8221; (2004). Danach war es verdächtig still um Spencer &#038; Co. Zu ruhig. Im letzten Jahr gab es dann diverse Wiederveröffentlichungen und im Zuge derer raffte sich die Band wieder auf, um in den USA, in Europa und in Downunder zu touren.</p>
<p>Ob sie sich gedacht haben, jetzt wo es erst um The White Stripes stiller wurde und die Band dann sogar Anfang Februar über ihre Homepage das offizielle Aus verkündete, wäre der Zeitpunkt günstig, wieder auf sich aufmerksam zu machen und sich eine Scheibe von der Torte, die The White Stripes gebacken, aber nicht ganz verköstigt hatten, abzuschneiden? Das ist natürlich reine Spekulation.</p>
<p>Nach dem vergangenen Mittwochabend lässt sich allerdings sagen, dass einem die Jon Spencer Blues Explosion gefehlt hatte. Okay, es war vielleicht nur den hartgesottensten Fans, die jeden Song in- und auswendig kennen, möglich, das Gros der in der Kulturfabrik dargebotenen Lieder zu erkennen. Sie waren laut, sie waren dreckig, sie waren fiebrig, sie schepperten, sie fiepten, sie dröhnten und sie polterten. Einerseits etwas verstörend, weil die Jon Spencer Blues Explosion auch einige massentaugliche Songs im Repertoire hat, andererseits beneidenswert konsequent. Gut ist, was Spaß macht &#8211; ohne Rücksicht auf Verluste.</p>
<p>Damit auch jeder im Saal wusste, wer da oben auf der Bühne für den Krach verantwortlich war, wurde zwischen und während der Lieder immer wieder von Spencer mit verzerrter Stimme &#8220;Blues Explosion!&#8221; ins Mikrofon gebrüllt.<br />
Apropos, in Sachen Lautstärke hatte ihr Tontechniker alles im Griff. Die in der Kulturfabrik vorgeschriebene Grenze von 105 Dezibel überschritt die Band nicht, blieb aber immer sehr knapp unter dem Richtwert &#8211; zumindest laut der spontan heruntergeladenen Applikation fürs Mobiltelefon.</p>
<p>Doch auch unter 105 Dezibel, was auch schon recht laut ist und in der Lautstärke einer Kettensäge oder eines Lautsprechers in einer Disco (jeweils in einem Meter Entfernung) entspricht, hatten Spencer, Bauer und Simmins ihren Spaß. Das konnte man ihnen nicht verdenken, wenn auch der Wiedererkennungswert zahlreicher Lieder etwas auf der Strecke blieb. Vielleicht lag das aber vielmehr daran, dass man sich nach über zehn Jahren nicht mehr so genau an jeden einzelnen Hit von damals erinnern kann. Man wird ja nicht jünger.</p>
<p>Kai Florian Becker (Juni 2011)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Angus &amp; Julia Stone: Mehr als ein Geheimtipp</title>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 23:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Steve Smyth eröffnete diesen Folk-Abend. Er stammt wie das Geschwisterpaar Angus &#038; Julia Stone aus Australien. Wer über ihn im Internet recherchiert und dabei seine Homepage aufsucht, findet einen Mann im Anzug und mit Fliege und Hut vor. Ob das wirklich derselbe schwergewichtige Kerl war, der am Dienstag im Club der Rockhal auftrat? Muss ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Steve Smyth eröffnete diesen Folk-Abend. Er stammt wie das Geschwisterpaar Angus &#038; Julia Stone aus Australien. Wer über ihn im Internet recherchiert und dabei seine Homepage aufsucht, findet einen Mann im Anzug und mit Fliege und Hut vor. Ob das wirklich derselbe schwergewichtige Kerl war, der am Dienstag im Club der Rockhal auftrat?<span id="more-720"></span> Muss so sein, denn immerhin ist auf der besuchten Website des Anzugträgers die gemeinsame Tournee mit Angus &#038; Julia Stone erwähnt. Der Smyth aus der Rockhal sah allerdings wie ein frisch aufgelesener Straßenmusiker aus – ohne Anzug, dafür mit verknittertem Ökohemd und zerzaustem Bart und Haupthaar. Der Blues-Singer-Songwriter, der augenscheinlich erst ein Minialbum auf dem Markt hat, war ein exzentrischer Vertreter seiner Zunft, der einem Betrunkenen gleich über die Bühne torkelte, seinen Oberkörper hin und her warf und dabei versehentlich das Kabel zwischen Gitarre und Verstärker verlor. Das Publikum war höchst amüsiert.</p>
<p>Eine halbe Stunde später standen Angus &#038; Julia Stone auf selbiger Bühne. Eben das Geschwisterpaar aus dem australischen Newport, das 2006 mit der EP &#8220;Chocolates And Cigarettes&#8221; das Interesse eines gewissen Fran Healy, Frontmann von Travis, weckte. Er nahm die Zwei kurzerhand unter seine Fittiche. Infolgedessen schrieben sie zu dritt in Healys Haus in London an diversen Songs. Zudem gastierte Julia Stone 2007 in dem Travis-Song &#8220;Battleships&#8221; (vom Album &#8220;The Boy With No Name&#8221;).</p>
<p>Mit ihrem Debütalbum &#8220;A Book Like This&#8221;, das die Top Ten der australischen Charts knackte, tourten Angus &#038; Julia Stone dann zwei Jahre lang kreuz und quer über den Globus. Parallel dazu werkelten sie am Nachfolgewerk &#8220;Down The Way&#8221;, das sich 2010 auf Anhieb an die Spitze der australischen Charts setzte.</p>
<p>In ihrer Heimat sind Angus &#038; Julia Stone demnach gefeierte Stars. In hiesigen Breitengraden genießen sie einen Underground-Status und sind ein Geheimtipp. Insofern verwunderte es, dass sie den Club der Rockhal so gut wie ausverkauften.</p>
<p>Sie waren übrigens mit Verstärkung gekommen. Zu ihnen gesellten sich ein Bassist, ein Schlagzeuger und eine Cellistin. Das passende Setting für einen harmonischen Folk/Singer-Songwriter-Abend.</p>
<p>Aber schon gleich zu Anfang überraschten sie mit einem Dub/Ska-Groover, für den Julia Stone zur Trompete griff. Allerdings kann sie wesentlich besser singen und mit der Gitarre umgehen als mit der Trompete. Im Kontrast dazu spielten sie &#8220;Babylon&#8221;, ein gemächliches, langsam vor sich hin schleichendes Lied. Darauf folgte das John Travolta &#038; Olivia Newton John-Cover &#8220;You&#8217;re The One That I Want&#8221; (aus dem Musical &#8220;Grease&#8221;). Im Hintergrund ein Sternenhimmel mit einem zufrieden dreinschauenden Mond, davor Julia Stone mit Akustikgitarre und einer extrem nasalen Stimme. Es war schon einer sehr spezielle Interpretation dieses Welthits, die ihr Bruder Angus mit den Worten &#8220;Pretty good&#8221; bewertete.</p>
<p>Dann ging es weiter mit Neil Young-Folkrock, intimen Akustikfolk-Momenten und der Countryballade &#8220;Big Jet Plane&#8221;, zu der Angus Stone die Mundharmonika auspackte. Hinreißend war der Song &#8220;For You&#8221;, in dem seine Schwester folgende Zeilen sang: &#8220;If you love me, with all that you are/If you love me I&#8217;ll make you a star in my universe/You&#8217;ll never have to go to work/You&#8217;ll spend everyday, shining your light my way&#8221;. Das tat sie mit solcher Hingabe, man musste ihr Versprechen für bare Münze nehmen. Und man hatte ihr und ihrem Bruder letztlich für diesen Abend zu danken.</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2011)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>OneRepublic: Doch überzeugend</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 16:11:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Team des Atelier hatte es mal wieder geschafft, sich einen ganz dicken Fisch aus dem großen Pop-Teich zu angeln. Nach Kraftwerk, Moby, The Smashing Pumpkins, Travis und Deftones standen dieses Mal OneRepublic auf der verhältnismäßig kleinen Bühne in der Hollericher Straße. Dessen nicht genug: Die Band um den 31-jährigen Ausnahmekomponisten und -musiker Ryan ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Team des Atelier hatte es mal wieder geschafft, sich einen ganz dicken Fisch aus dem großen Pop-Teich zu angeln. Nach Kraftwerk, Moby, The Smashing Pumpkins, Travis und Deftones standen dieses Mal OneRepublic auf der verhältnismäßig kleinen Bühne in der Hollericher Straße. Dessen nicht genug: Die Band um den 31-jährigen Ausnahmekomponisten und -musiker Ryan Tedder gastierte an zwei Abenden hintereinander im Atelier: mittwochs und donnerstags.<span id="more-716"></span> Nach drei Konzerten in Russland und kurz vor ihren beiden einzigen Deutschlandauftritten im Rahmen ihrer aktuellen Europatournee also zwei Mal Luxemburg. Erstaunlich. Die Atelier-Macher konnten wahrlich stolz sein.</p>
<p>Beide Abende waren schon im Vorfeld restlos ausverkauft. Bereits am Vormittag sollen sich die ersten weiblichen Fans vor dem Atelier eingefunden haben, um später möglichst nah bei Tedder &#038; Co. zu sein. Abends war ein Durchkommen in Richtung Bühne aufgrund der geballten Fanmasse unmöglich. Darüber verwundert brauchte sich niemand zu zeigen. OneRepublic sind längst „global player“.</p>
<p>Den Grundstein für ihren Erfolg legten sie dank ihres Mentors Timbaland, dem Hitproduzenten von Missy Elliott, Aaliyah und Jay-Z, 2007 in Form des Songs „Apologize“. Der stand in über einem Dutzend Ländern an der Spitze der Charts. OneRepublic konnten zwar mit den danach veröffentlichten Singles, etwa. „Stop And Stare“ und „Good Life“, nicht an den Erfolg ihrer ersten anknüpfen und auch ihr Debütalbum „Dreaming Out Loud“ war erfolgreicher als der Nachfolger „Waking Up“. Doch dank massiven und fortwährenden Radioairplays ist die Band über Monate, ja sogar Jahre hinweg in aller Munde geblieben und damit – so banal es klingen mag – im Ohr.</p>
<p>OneRepublic, das ist vor allem Ryan Tedder. Der war in der Vergangenheit sehr emsig. Er schrieb und produzierte Songs für Adele, James Blunt, Kelly Clarkson, James Morrison, die Pussycat Dolls und die Backstreet Boys, um nur einige aus seiner schier endlosen Kundenliste zu nennen. Tedder weiß demnach, was es heißt, einen erfolgversprechenden Popsong zu schreiben. Und genau das ist der Haken: Die OneRepublic-Songs sind zu sehr auf Erfolg getrimmt, zu schmalzig, im schlimmsten Fall sogar schleimig.</p>
<p>Insofern standen am Donnerstag die Fragen im Raum, wie ihre Songs live wirken würden, wie sich der Kreativkopf Tedder in seine Begleitband einfügen würde und wie diese trotz ihres immensen Bekanntheitsgrades im beschaulichen Atelier zurecht kommen würde.</p>
<p>Übrigens verbindet Tedder mit Luxemburg etwas sehr Essentielles: Hier schrieb er in einem Hotel die besagte erste Single „Apologize“. Als OneRepublic diese nach gut einer halben Stunde spielten, sang den Text fast jeder im Saal mit. Das Publikum lag der Band zu diesem Zeitpunkt bereits zu Füssen. Die zeigte sich wiederum dankbar, in einem „intimen Club“, wie Tedder das Atelier nannte, und bei solch einer ausgelassenen Stimmung spielen zu dürfen. Neben den vielen Hits wie „Secrets“ und aktuell „Good Life“ gaben OneRepublic auch einen kurzen Ausblick auf ihr drittes Album preis: den Song „Life In Color“. Der fügte sich nahtlos in die bisherige Hitsammlung ein, zu der sich am Donnerstag einige Coverversionen gesellten: „With Or Without You“ von U2, Adeles „Rolling In The Deep“ und ein Medley bestehend aus „Stand By Me“ (Ben E. King), der Fussballstadion-Hymne „Seven Nation Army“ (The White Stripes) und Justin Timberlakes „Sexy Back“. Die Herren um Tedder können also auch die Lieder anderer perfekt interpretieren und nahtlos in ihr eigenes Songrepertoire einreihen. Und ihre eigenen Lieder beziehungsweise die aus Tedders Feder waren live um einiges lebendiger, dynamischer und mitunter auch rockiger. Es war eine rundum überzeugende Darbietung.</p>
<p>Kai Florian Becker (April 2011)</p>
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		<title>Valeriya: Blumen für Valeriya</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 14:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alla Yurievna Perfilova ist Valeriya und in ihrer russischen Heimat längst ein gefeierter Star. Seit ihrem Sieg bei der Fernseh-Casting-Show "Morning Star" anno 1992 veröffentlichte die emsige Sängerin 17 Alben und hat schon über 100 Millionen Tonträger verkauft. Stolz wird sie von den einheimischen Medien als die "Madonna Russlands" gefeiert. Ein Vergleich, der passt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alla Yurievna Perfilova ist Valeriya und in ihrer russischen Heimat längst ein gefeierter Star. Seit ihrem Sieg bei der Fernseh-Casting-Show &#8220;Morning Star&#8221; anno 1992 veröffentlichte die emsige Sängerin 17 Alben und hat schon über 100 Millionen Tonträger verkauft.<span id="more-688"></span> Stolz wird sie von den einheimischen Medien als die &#8220;Madonna Russlands&#8221; gefeiert. Ein Vergleich, der passt und hinkt zugleich. Sie mag den Bekanntheitsgrad einer Madonna haben, musikalisch gesehen trennen beide Welten. Valeriya ist eher die &#8220;Andrea Berg Russlands&#8221; – also Schlager- und nicht Popmusikerin.</p>
<p>Am frühen Sonntagabend stand sie auf der Bühne der Congresshalle und gab das 13. Gastspiel ihrer aktuellen Deutschlandtournee. Das in Saarbrücken war ein besonderes, denn am Sonntag feierte die schlanke Blonde ihren 43. Geburtstag. So dauerte es nicht lange, bis ihr erste Verehrer einen Blumenstrauß zu Füssen legten, was die Künstlerin mit einem Lächeln quittierte. Sie war überglücklich. Immer wieder breitete sie ihre Arme aus, als ob sie jeden herzen wollte, klatschte ihren Fans zu und verbeugte sich vor ihnen &#8211; trotz einiger leerer Ränge. Ihre zumeist russischen Fans im Saal hielten sich indes zurück und feierten ihren Star nicht so ausgelassen, wie man es vom Auftritt einer Madonna hätte erwarten können. Mitklatschen und Mitschunkeln, ab und zu ein Jubelschrei – so wie bei Schlager-Konzerten üblich. Denn das war es letztendlich: Ein perfekt durchorganisierter Schlagerabend mit einer routinierten Band, die sich gelegentlich in seichtes Rock-Gewässer aufmachte.</p>
<p>Kai Florian Becker (April 2011)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8230;And You Will Know Us By The Trail Of Dead: Orgasmus und Therapie</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 14:13:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Konzert, drei Bands und mit jeder wurde es besser. So könnte man in aller Kürze den Mittwochabend im Club der Escher Rockhal umschreiben. Den Anfang machten Asobi Seksu. Musikalisch boten die New Yorker feinsten Postrock kombiniert mit verträumtem, psychedelisch angehauchtem Rock, der einen in Trance hätte versetzen können. Wäre da nicht die Stimme ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Konzert, drei Bands und mit jeder wurde es besser. So könnte man in aller Kürze den Mittwochabend im Club der Escher Rockhal umschreiben. Den Anfang machten Asobi Seksu. Musikalisch boten die New Yorker feinsten Postrock kombiniert mit verträumtem, psychedelisch angehauchtem Rock, der einen in Trance hätte versetzen können. Wäre da nicht die Stimme von Yuki Chikudate gewesen. Sie sang zu schräg und zu hoch und zerstörte damit jedwede Atmosphäre, die ihre Band mühevoll aufgebaut hatte. Das war ebenso schade wie die Tatsache, dass zu diesem Dreierpack-Konzert lediglich geschätzte 300 Besucher kamen. Etwas dürftig in Anbetracht dessen, was noch folgen sollte.<span id="more-686"></span></p>
<p>Als Zweites war Walter Schreifels mit seiner Band Rival Schools an der Reihe. Schreifels ist beileibe kein Unbekannter. Zumindest nicht dann, wenn man sich für Old School-Hardcore beziehungsweise Post-Hardcore interessiert. Der 42-Jährige war Mitglied in den legendären New York Hardcore-Bands Gorilla Biscuits, Youth Of Today und CIV, stand der Alternative Rock/Post-Hardcore-Band Quicksand voran, gründete später Rival Schools und Walking Concert und trat obendrein schon solo auf. Bevor er den Set von Rival Schools eröffnete bat er das Publikum, näher in Richtung Bühne zu kommen. &#8220;Wir spielen ein paar Bon Jovi-Covers – das wird ein Spaß&#8221;, grinste er und stimmte &#8220;Wring It Out&#8221; an, den Auftakt des aktuellen, zweiten Rival Schools-Albums &#8220;Pedals&#8221;. Von Bon Jovi indes fehlte jede Spur. Stattdessen versteckte er in &#8220;Good Things&#8221; eine Reminiszenz an den Lynyrd Skynyrd-Klassiker &#8220;Sweet Home Alabama&#8221;.</p>
<p>Schreifels gab sich redlich Mühe, sprang umher, war voller Tatendrang und Enthusiasmus, erntete aber verhältnismäßig wenig Applaus. Erst zum Schluss flirtete er mit dem Publikum und machte mit seinem anfänglichen Witz Ernst, denn plötzlich erklang &#8220;Wanted Dead Or Alive&#8221; von Bon Jovi. Ein Schelm.</p>
<p>…And You Will Know Us By The Trail Of Dead, kurz Trail Of Dead genannt, hatten mit seichtem Hardrock à la Bon Jovi rein gar nichts am Hut – auch nicht spaßeshalber. Sie konzentrierten sich darauf, in Minimalbesetzung, das heißt zu viert und leider ohne einen zweiten Schlagzeuger, ihren epischen Bombast-Rock möglichst treffsicher und wirkungsvoll zu inszenieren. Während der ersten beiden Lieder hatten sie noch kleinere Schwierigkeiten, denn der Tontechniker hatte wohl noch nicht den Wumms-Knopf am Mischpult gefunden. Kaum war der gedrückt, nahm die Dampfwalze Trail Of Dead Fahrt auf und ließ sich von nichts und niemandem mehr aufhalten. Sogleich zog Jamie Miller die Blicke auf sich. Er drosch hinter einem sehr kleinen Drumset wie ein Wilder auf die Becken und Felle ein. Es war eine wahre Freude, ihm dabei zuzusehen, und ein Hochgenuss für alle Bombast-Power-Rock-Fans, der Band zu lauschen. Miller machte ungeheuren Druck und trieb seine Vorderleute an. Die changierten zwischen ruhigen, psychedelischen Progrock-Sequenzen und exzessiver Energieentladung. Wenn sie sich so richtig in ihre Songs hinein steigerten und sich an ihren Instrumenten abarbeiteten – das war Musik wie ein Orgasmus und mit therapeutischer Wirkung. Wenn man sich auf die immer wiederkehrenden Rhythmusmuster, einließ, drohte man in einen tranceartigen Zustand zu verfallen. So konnte es einem bei dem kathartischen &#8220;Will You Smile Again?&#8221;, einem Song ihres 2005 veröffentlichten Meisterwerks &#8220;Worlds Apart&#8221; passieren, in dem es passenderweise heißt: &#8220;Close the door and drift away into a sea of uncertainty / All your hopes and dreams have faded out of reach / Remember all your bad dreams are not far from reality / Would you write again for me?&#8221;. Genial.</p>
<p>Kai Florian Becker (April 2011)</p>
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		<title>I Blame Coco: Stings Tochter kann was</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 14:10:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[konzertrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Zöglinge von Pop- und Rockstars mit Weltruhm haben es in aller Regel nicht leicht, mit Erfolg eine Solokarriere zu starten. Die Last auf ihren Schultern ob des globalen Erfolges ihrer Mutter oder ihres Vaters wiegt meist schwer und führt zum Hadern mit dem eigenen Schicksal. Inwiefern Eliot Paulina Sumner mit dem eigenen Schicksal hadert, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zöglinge von Pop- und Rockstars mit Weltruhm haben es in aller Regel nicht leicht, mit Erfolg eine Solokarriere zu starten. Die Last auf ihren Schultern ob des globalen Erfolges ihrer Mutter oder ihres Vaters wiegt meist schwer und führt zum Hadern mit dem eigenen Schicksal. Inwiefern Eliot Paulina Sumner mit dem eigenen Schicksal hadert, ist nicht bekannt. Es hat zumindest den Anschein, als würde ihr der Ruhm ihres Vaters Gordon Matthew Thomas Sumner, besser bekannt als Sting, mehr nutzen statt schaden. Das ist das Fazit ihres ersten Gastspiels in Luxemburg.<span id="more-684"></span></p>
<p>Sumner, deren Spitzname Coco lautet, kam 1990 im italienischen Pisa zur Welt. Die Tochter der Schaupielerin und Produzentin Trudie Styler und des ehemaligen The Police-Musikers nahm im Alter von vier Jahren erstmals eine Gitarre zur Hand. Mit zehn soll sie alle Akkorde ihres damaligen Lieblingsalbums „Never Mind The Bollocks“ von The Sex Pistols in und auswendig gekannt haben. Bald darauf schrieb sie ihre ersten Songs und konnte bereits mit 17 Jahren ihren ersten Plattenvertrag bei einem Majorlabel unterschreiben – über drei Alben wohlgemerkt.</p>
<p>Ganz auf sich allein gestellt war Coco aber nicht. Bei der Entwicklung ihres Debütalbums gingen ihr zahlreiche international renommierte Produzenten und Komponisten zur Hand, die zuvor mit Robyn, KT Tunstall und Christina Aguilera gearbeitet hatten. Da die Produktion des Albums sich über drei Jahre erstreckte, veränderte sich das Klangbild ihrer Songs kontinuierlich. Der anfängliche Reggae-Einfluss ist fast gänzlich verschwunden. Am Samstag war er eigentlich nur noch in dem Song „No Smile“ erkennbar.</p>
<p>Bevor Coco in Begleitung ihrer vierköpfigen Band die Bühne betrat, schallte über die Lautsprecher der Nena-Hit „99 Luftballons“ in englischer Version. Einige der langsam unruhig wirkenden Fans im gut gefüllten Atelier tanzten und streckten ihre Arme spontan in die Luft. Nenas Lied wurde abgewürgt und von der Titelmelodie des Wolfgang Petersen-Films „Das Boot“ abgelöst. Eine für ein Popkonzert ungewöhnliche Eröffnungsmelodie. Rein chronologisch betrachtet passte sie jedoch. Der Film kam 1981 in die deutschen Kinos und von eben jener Dekade ist auch der Indie/Electropop von I Blame Coco, so das Bühnen-Alter Ego der Sting-Tochter, beeinflusst.</p>
<p>Sie eröffnete ihren nicht einmal eine Stunde währenden Auftritt mit „Party Bag“, einer Uptempo-Nummer. Bereits bei ihrem zweiten Song, dem Hit „Self Machine“, hatte Coco die Menge im Atelier ganz auf ihrer Seite. Viele tanzten, klatschen, hüpften und sangen mit. Dieses Szenario quittierte die Protagonistin, die anfangs sehr hibbelig und aufgedreht war, aber nicht unbedingt nervös wirkte, mit einem breiten Grinsen.</p>
<p>Wenn man sie genau beobachtete und ihr genau zuhörte musste man ein ums andere Mal an ihren Vater denken. Wegen ihrer eindringlichen, maskulin-pubertären Stimme, die insbesondere in „Self Machine“ und „No Smile“ an die ihres Vaters erinnerte. Und wegen einiger Gesten und Bewegungen – etwa wie sie ihrem Vater gleich tänzelnd ihre Gitarre von vorne nach hinten und wieder zurück schwang. Eindeutig: Sumner alias Coco alias I Blame Coco ist Stings Tochter. Erfreulicherweise schreibt sie flottere, zeitgemäßere Songs.</p>
<p>Es war der letzte Auftritt ihrer ersten Clubtournee durch Europa. Cocos Stimme war zwar etwas heiser, sie zog ihr Programm dennoch tadellos durch. Es war ein kurzes, aber schönes Gastspiel. Nur ihre Begleitmusiker waren eine Spur zu statisch. Sie zeigten etwas zu wenig Begeisterung beziehungsweise wirkten so, als stecke nicht ihr Herzblut in den Songs.</p>
<p>Kai Florian Becker (April 2011)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Söhne Mannheims: 1-0 für Luxemburg</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 14:08:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Das hört sich ja an wie im Fußballstadion. 1-0 für Luxemburg. Wir können es fühlen", schrie Xavier Naidoo nach etwa zwei Stunden ins Mikrofon, stimmte mit seiner Band spontan die zeitgenössische Fußball-Hymne "Seven Nations Army" aus der Feder der Garage-Rocker White Stripes an und ließ nach wenigen Takten "Can You Feel It?" folgen. Die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Das hört sich ja an wie im Fußballstadion. 1-0 für Luxemburg. Wir können es fühlen&#8221;, schrie Xavier Naidoo nach etwa zwei Stunden ins Mikrofon, stimmte mit seiner Band spontan die zeitgenössische Fußball-Hymne &#8220;Seven Nations Army&#8221; aus der Feder der Garage-Rocker White Stripes an und ließ nach wenigen Takten &#8220;Can You Feel It?&#8221; folgen. Die Rockhal, die 14. Station der aktuellen Europatournee der Söhne Mannheims, stand Kopf. Das Escher Gastspiel war ein Triumphzug par excellence.<span id="more-682"></span></p>
<p>Das Bühnenbild war äußerst schlicht gehalten. Nur ein paar von der Decke herabhängende weiße Rechtecke, die mit unterschiedlichen Farben beleuchtet wurden, lenkten von dem ab, was auf der Bühne passierte. Dort setzten acht Instrumentalisten plus zwei Rapper und drei Sänger, darunter neben Naidoo der von der deutschen Crossover-Band H-Blockx her bekannte Henning Wehland, alles daran, das Publikum in der restlos ausverkauften Rockhal zu begeistern. Was ihnen vortrefflich gelang. Bei perfektem Sound wohlgemerkt, was bereits beim zweiten Song, &#8220;Lieder drüber singen&#8221;, auffiel. Wehland konnte die 6.300 Besucher allein mit seiner klaren, kräftigen Stimme in seinen Bann ziehen und sie zu einem Mitsingspiel animieren, bei dem man eine Gänsehaut bekommen konnte.</p>
<p>Sein Kollege Naidoo, der in seiner deutschen Heimat nicht von ungefähr als gefühlsduseliger Prediger verschmäht wird, hielt sich weitestgehend mit Belehrungen und Erörterungen aktueller poltischer Ereignisse oder gesellschaftlicher Problematiken zurück. Bevor er &#8220;Babylon System&#8221; anstimmte, konnte er sich allerdings einen Seitenhieb gegen deutsche wie auch europäische Politiker nicht verkneifen. Die seien seiner Meinung nach alle &#8220;scheiße&#8221;. Das war albern und überzogen, populistisch sowieso. Wer steht schon auf Politiker und würde Naidoo in einem solchen Moment offenkundig widersprechen? Dass Naidoo bei der Vorstellung des neuen Liedes &#8220;Freiheit&#8221; erwähnte, dass der Text vor einigen Monaten geschrieben wurde, aber aufgrund globaler Ereignisse &#8220;aktuelle denn je&#8221; sei, konnte ihm hingegen niemand krumm nehmen.</p>
<p>Natürlich gab es den obligatorischen Balladenteil inklusive &#8220;Das hat die Welt noch nicht gesehen&#8221;, dem deutschen Nummer Eins-Hit aus dem Jahr 2008. Die Sequenz mit den ruhigen Songs ließen sie mit dem düsteren &#8220;Armageddon&#8221; hinter sich, in dem es nicht minder realitätsnah heißt: &#8220;Die Bombe könnt ihr nicht entschärfen, Armageddon kommt prompt und zerfetzt euch die Nerven, da explodiert es, da reißt die Wand, dann passiert es, dann kommt das Ende&#8221;. Es waren die düsteren, sehr harten Songs wie dieser oder etwa &#8220;Iz On&#8221;, die hervorstachen. Sobald der schumsige Rap-Rock-Soul-Mix aufgebrochen wurde, verzerrte Gitarren quer schossen, das Schlagzeug polterte, sich die Stimmen überschlugen und in ihnen Wut und Verzweiflung hochkochten, hatten die Söhne Mannheims ihre stärksten Momente.</p>
<p>Letztlich gab es nichts, was negativ in Erinnerung blieb. Sie spielten über zwei Stunden, zeigten all ihre Facetten, Stimmungen und Stimmen und suchten immer wieder den Kontakt zu dem äußerst dankbaren und applaudierfreudigen Publikum. Für Söhne Mannheim-Fans war es ein perfekter Abend. Fragt sich nur, ob es am kommenden Freitag, wenn die Équipe Tricolore in Luxemburg zu Gast ist, wieder &#8220;1-0 für Luxemburg&#8221; heißt.</p>
<p>Kai Florian Becker (März 2011)</p>
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		<title>Mogwai: Dazwischenplappern unerwünscht</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 14:07:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Gegensatz zu ihrem vorherigen Luxemburger Gastspiel, im Oktober 2008 im kleinen Saal der Rockhal, überzeugten Mogwai am Sonntagabend im Atelier und gaben keinerlei Anlass zu Kritik. Ob schmerzhaft laut oder zaghaft leise - beide Extreme loteten sie bis zum Äußersten und mit aller angemessenen Präzision aus.

Derweil hatte sich der Anheizer RM Hubbertt ausschließlich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gegensatz zu ihrem vorherigen Luxemburger Gastspiel, im Oktober 2008 im kleinen Saal der Rockhal, überzeugten Mogwai am Sonntagabend im Atelier und gaben keinerlei Anlass zu Kritik. Ob schmerzhaft laut oder zaghaft leise &#8211; beide Extreme loteten sie bis zum Äußersten und mit aller angemessenen Präzision aus.<span id="more-680"></span></p>
<p>Derweil hatte sich der Anheizer RM Hubbertt ausschließlich für das Extrem der leisen Töne entschieden. Der bullige Schotte, früher in den Diensten von El Hombre Trajeado, brachte lediglich seine Akustikgitarre mit, nahm mitten auf der Bühne auf einem Stuhl Platz und entlockte zur großen Überraschung vieler Anwesender mit seinen dicken Armen und großen Händen der Gitarre auf leichtfüßige Art Folk-, Samba- und Flamenco-Klänge. Die Gitarre war aber nicht nur dafür bestimmt, an ihren Saiten zu zupfen, ihr Korpus wurde von RM Hubbertt zum Percussion-Instrument umfunktioniert. Auf Gesang verzichtete er indes.</p>
<p>Während man hierbei die Ohrenstöpsel weglassen musste, um nicht Gefahr zu laufen, gar nichts zu hören, waren diese bei Mogwai Pflicht. Sie zählen zu den lautesten Livebands und reizten in der Vergangenheit gerne die Grenzen des Möglichen aus, die der Gesetzgeber als Maximallautstärke bei Konzerten zuließ. So auch am Sonntag bei &#8220;Glasgow Mega-Snake&#8221;: Mogwai gingen in die Vollen und errichteten mit drei sich wildgewordenen Gitarren sowie Bass und Schlagzeug eine Wall Of Sound, die dank ihrer Basswucht so massiv und unbezwingbar war, dass selbst im hintersten Ecken des Ateliers die Wände vibrierten.</p>
<p>Gleich zu Beginn spielten sie &#8220;How To Be A Werewolf&#8221; und zeigten parallel dazu das dazugehörige Video von Antony Crook, in dem man James Bowthorpe, Weltrekordhalter im Um-die-Welt-Radeln, auf seinem Fahrrad durch Norwegen strampeln sah. Ein stimmungsvoller Beginn eines grandiosen Konzertabends, der eigentlich nur in den ruhigen, harmonischen Songpassagen durch das nervtötende Dauerplappern einiger Gäste getrübt wurde. Warum auf ein Konzert gehen und fortwährend schnattern? Das fragte sich zu Recht auch Gitarrist Stuart Braithwaite, der im Namen seiner Band und sicherlich auch dem Gros des Publikums darum bat, nicht mehr dazwischen zu plappern, da das die Stimmung und die Konzentration massiv beeinträchtige. Leider ist das aber bei Konzerten keine Seltenheit mehr.<br />
Immerhin waren Mogwai so gut, dass man darüber getrost hinwegsehen konnte und seine Sinne nahezu gänzlich auf die betörenden Laut-leise-Variationen konzentrieren konnte, die einen dank ihrer repetitiven Muster, ergo den sich wiederholenden Songstrukturen, in einen tranceähnlichen Zustand versetzte. Augen zu und eintauchen, hieß die Devise. Zuhören und mittreiben lassen, die zweite.</p>
<p>Für &#8220;George Square Thatcher Death Party&#8221; ging Braithwaite erstmals ans Mikrofon, um zu singen. Wobei der Text aufgrund des Vocoder-Effektes nicht zu verstehen war. Gesungen wurde zudem im allerletzten Song: &#8220;Mexican Grand Prix&#8221;. Am Mikro stand nicht Braitwaithe, sondern ein zusätzlicher sechster Musiker, der zuvor schon bei einigen Songs Gitarre oder Geige spielte.</p>
<p>Ganz gleich, ob sie nun zu fünft oder zu sechst agierten, ob sie einen älteren oder einen neuen Song, einen softeren oder einen härteren, einen elektronischen oder rockigen spielten &#8211; für was sie sich auch entschieden, es war perfekt jeweils dargeboten. Mehr kann man nicht erwarten.</p>
<p>Kai Florian Becker (März 2011)</p>
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		<title>Pothead: Solide gerockt</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 14:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eins kann man Pothead sicherlich nicht vorwerfen: In den 20 Jahren ihrer Bandgeschichte sind sie sich stets treu geblieben. Während man bei anderen sich treuen Bands das Gefühl hat, sie würden ein und dasselbe Lied immer wieder mit neuem Text und neuem Titel veröffentlichen, haben die drei Wahlberliner eine eigene Nische gefunden, in der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eins kann man Pothead sicherlich nicht vorwerfen: In den 20 Jahren ihrer Bandgeschichte sind sie sich stets treu geblieben. Während man bei anderen sich treuen Bands das Gefühl hat, sie würden ein und dasselbe Lied immer wieder mit neuem Text und neuem Titel veröffentlichen, haben die drei Wahlberliner eine eigene Nische gefunden, in der sie munter rocken.<span id="more-672"></span> Die Betonung liegt auf munter, denn Pothead hatten am Sonntagabend in der mit 400 Fans gut gefüllten Garage sichtlich ihren Spaß. Sie waren glücklich und zufrieden, grinsten um die Wette (insbesondere Sänger und Gitarrist Brad), bedankten sich nach jeder Beifallsbekundung höflich beim Publikum und stimmten ein weiteres ihrer betörend-simplen Lieder an. Ihre Version des Rock ist von den Südstaaten beeinflusst und kokettiert mitunter mit einem längst ausgestorbenem Genre: dem Grunge.</p>
<p>Die Brüder Brad und Jeff Dope, die beide aus der Grunge-Metropole Seattle stammen, und ihr im Sauerland aufgewachsener Schlagzeuger Sebastian Meyer spielten über zwei Stunden. Ihre Darbietung war solide und eindrucksvoll zugleich und kam ohne Effekthascherei aus. Drei Männer, drei Instrumente, eine Bühne – fertig. Mit jedem Lied wurde der Beifall lauter und stärker. Am meisten freuten sich ihre Fans, die fast durchweg den älteren Semestern angehörten, über die epische Ballade &#8220;I&#8217;m A Sinner Too&#8221; und das rockige &#8220;Indian Song&#8221;, eine der vielen Zugaben.</p>
<p>In einer Zeit, da viele Bands tunlichst darauf bedacht sind, sich von Album zu Album neu zu erfinden, ist es schön, Konstanten wie Pothead zu kennen, die in all den Jahren neun Alben veröffentlicht haben, die sich zwar ähneln, die aber dennoch nicht langweilen. </p>
<p>Kai Florian Becker (März 2011)</p>
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		<title>Christina Stürmer: Altbacken und abgehangen</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 13:56:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Saarbrücken setzt sich in jüngster Vergangenheit als Tourneeauftaktsort durch. Die Beatsteaks eröffneten im E-Werk ihre aktuelle Konzertreise, zuvor Blumentopf in der Garage. Am Sonntag folgte die österreichische Sängerin Christina Stürmer.

In Begleitung ihrer österreichisch-französisch-spanischen Band blickte sie in der Garage auf ihre ersten fünf Alben zurück, von denen es immerhin vier auf Platz eins ihrer ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Saarbrücken setzt sich in jüngster Vergangenheit als Tourneeauftaktsort durch. Die Beatsteaks eröffneten im E-Werk ihre aktuelle Konzertreise, zuvor Blumentopf in der Garage. Am Sonntag folgte die österreichische Sängerin Christina Stürmer.<span id="more-668"></span></p>
<p>In Begleitung ihrer österreichisch-französisch-spanischen Band blickte sie in der Garage auf ihre ersten fünf Alben zurück, von denen es immerhin vier auf Platz eins ihrer Heimat-Charts schafften. Insofern darf man sie getrost als Österreichs derzeit wohl größtem Rockexport bezeichnen. Wobei in diesem Zusammenhang von Stadtfestrock die Rede sein sollte. Denn im Verlauf des sonntäglichen Konzerts fiel auf, dass im Gegensatz zu ihrem noch jungen Alter von 28 Jahren ihre Musik äußerst solide, altbacken und abgehangen ist. Kurzum: Man erwartet von einer &#8220;jungen&#8221; Künstlerin rebellischeren, unberechenbareren Rock.</p>
<p>Immerhin hat sie mittlerweile das adäquate Publikum gefunden. Unter den 900 Besuchern in der Garage waren kaum Kinder oder Jugendliche zu finden. Diesmal kamen die Eltern ohne sie &#8211; ergo nicht als Begleiter, sondern als Fans. Ob das der Grund war, warum das Publikum über weite Strecken recht zäh und zurückhaltend reagierte und allenfalls am Ende eines Liedes applaudierte? Richtig wach wurden die Stürmer-Fans nach dem Ende des regulären Sets und insbesondere bei der Zugabe &#8220;Ich lebe&#8221;, Stürmers erstem Hit aus dem Jahr 2003. Dieser und die Ballade &#8220;Mama Ana Ahabak&#8221; waren die besten Darbietungen an diesem viel zu gefälligen Konzertabend.</p>
<p>Kai Florian Becker (März 2011)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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