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	<title>KAI FLORIAN BECKER (KFB) &#187; texte</title>
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		<title>Sophia: Die Lust am Touren und Schwimmen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 05:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Robin Proper-Sheppard macht Musik, die unter die Haut geht. Erst war diese melancholisch und wütend (von 1990 bis 1994 mit The God Machine). Seit 1995 heißt seine Band Sophia, deren Songs weniger wütend, dafür umso einfühlsamer sind. Aktuell ist er mit den Sophia-Songs auf Solotournee und wird am Samstag in Saarbrücken gastieren.
Mit jedem Album touren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Robin Proper-Sheppard macht Musik, die unter die Haut geht. Erst war diese melancholisch und wütend (von 1990 bis 1994 mit The God Machine). Seit 1995 heißt seine Band Sophia, deren Songs weniger wütend, dafür umso einfühlsamer sind. Aktuell ist er mit den Sophia-Songs auf Solotournee und wird am Samstag in Saarbrücken gastieren.</p>
<p>Mit jedem Album touren Sie mehrfach durch Europa. Es scheint Ihnen großen Spaß zu bereiten, live aufzutreten?<br />
Sheppard: &#8220;Natürlich. Für viele Musiker ist es das Ein und Alles, vor Publikum zu spielen. Aber nicht für mich. Das Schönste am Touren ist, nach den Konzerten Leute zu treffen und mit ihnen zu reden. Ich finde es spannend zu erfahren, wie meine Musik auf sie wirkt. Gerade während dieser Akustiktournee habe ich viel Zeit, mit meinen Fans zu reden.&#8221;</p>
<p>Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es viele Fans gibt, die immer und immer wieder Ihre Konzerte besuchen.<br />
Sheppard: &#8220;Ich kenne welche, die waren schon auf zwölf Sophia-Konzerten. Beeindruckend, oder? Da dieses Mal die Eintrittspreise etwas niedriger und die Clubs kleiner sind &#8211; ich wusste nämlich ehrlich gesagt nicht, ob mich viele allein auf der Bühne ertragen würden &#8211; treffe ich auch viele neue Fans.&#8221;</p>
<p>Es heißt, an freien Tagen würden sie am liebsten schwimmen gehen. Sie haben sogar schon an zwei Schwimm-Marathons teilgenommen.<br />
Sheppard: &#8220;Na, wer genießt es nicht, einige Runden im Wasser zu drehen. Drei Tage vor dieser Tour nahm ich an einem Rennen teil. Es lief okay. Ich war nicht ganz so schnell wie im letzten Jahr. Da arbeitete ich gerade an dem Album &#8216;There Are No Goodbyes&#8217; und war unglaublich depressiv. Ich versuchte, das mit Songschreiben und Schwimmen zu bekämpfen. Da ich in Kalifornien aufwuchs und eine Affinität zu Wasser habe, ist Schwimmen für mich eine meditative Erfahrung. Es ist perfekt, um abzuschalten.&#8221;</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Christina Aguilera: Bionic</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 05:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[albumrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[2006 erschien ihr letztes Studioalbum &#8220;Back To Basics&#8221;, immerhin ein Doppelalbum. Nach der anschließenden Welttournee nahm Christina Aguilera eine Auszeit. Schließlich kam im Januar 2008 ihr erstes Kind, Sohn Max Liron Bratman, zur Welt. Mit dessen ersten Bildern machte sie erstaunliche 1,5 Millionen US-Dollar. Trotz dieses lukrativen Nebenverdienstes wollte sie nicht zu lange pausieren und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2006 erschien ihr letztes Studioalbum &#8220;Back To Basics&#8221;, immerhin ein Doppelalbum. Nach der anschließenden Welttournee nahm Christina Aguilera eine Auszeit. Schließlich kam im Januar 2008 ihr erstes Kind, Sohn Max Liron Bratman, zur Welt. Mit dessen ersten Bildern machte sie erstaunliche 1,5 Millionen US-Dollar. Trotz dieses lukrativen Nebenverdienstes wollte sie nicht zu lange pausieren und alsbald wieder in den Popzirkus einsteigen. In den vergangenen zwölf Monaten arbeitete sie daher an ihrem Comeback-Album &#8220;Bionic&#8221;, das mit der just veröffentlichten Single &#8220;Not Myself Tonight&#8221; ankündigt wurde.</p>
<p>Erfahrene Produzenten wie Polow Da Don (Fergie, Pussycat Dolls), Tricky Stewart (Rihanna, Katy Perry, Beyoncé) sowie die australische Singer-Songwriterin Sia, Linda Perry (Pink, Gwen Stefani, Ex-4 Non Blondes) und Musiker von Le Tigre und Ladytron standen ihr bei den Aufnahmen zur Seite. Die Idee war, &#8220;einen Schritt in ihre Welt zu wagen und ihren Sound mit meinen Visionen und Sounds zu kombinieren&#8221;, erklärt Aguilera. So kamen ganz unterschiedliche, teils futuristische Songs zustande: modernster R&#038;B mit einem schrägen, aber ungemein verführerischen Rhythmus (&#8221;Bionic&#8221;), Electro der alten Schule (&#8221;Elastic Love&#8221;), ein Latin-Partysong, wie ihn Gloria Estefans einstige Band The Miami Sound Machine anno 2010 nicht hätte besser machen können (&#8221;Desnudate&#8221;), ein Electropop-Ohrwurm (&#8221;Glam&#8221;) und etwas Southern-HipHop (&#8221;Prima Donna&#8221;).</p>
<p>Die vielen Balladen, u.a. &#8220;Sex For Breakfast&#8221;, &#8220;All I Need&#8221; und &#8220;You Lost Me&#8221;, nehmen in der zweiten Albumhälfte leider erst einmal viel Luft raus, weshalb die zuvor mit wilden Rhythmen aufgeheizte Stimmung in einem Meer der Melancholie zu versinken droht. Andererseits sticht da die geschmeidige Ballade &#8220;Lift Me Up&#8221; hervor, die aus der Feder von Aguileras langjähriger Kollaborateurin Linda Perry (siehe &#8220;Beautiful&#8221; und &#8220;Hurt&#8221;) stammt. Und am Albumende stehen ja noch &#8220;Jungle Juice&#8221;, das so klingt, wie es heißt, und zwei weitere Partyhymnen: &#8220;Vanity&#8221; und &#8220;My Girls&#8221;. In Letzterem wirkt die Wahlberlinerin Merrill Beth Nisker alias Peaches, eine Expertin in Sachen Electropunk mit schlüpfrigen Texten, mit. Ohne Zweifel einer der Höhepunkte auf &#8220;Bionic&#8221;. </p>
<p>Kai Florian Becker (Juni 2010)</p>
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		<title>William Fitzsimmons: Das Vertrauen in Klänge</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 13:28:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[William Fitzsimmons trägt gerne Bart. Was er mit einigen Musikern seiner Zunft gemein hat. Denn Fitzsimmons zählt zur Singer-Songwriter-Gilde. Doch im Gegensatz zu anderen spielt er nicht nur Gitarre und singt. Obendrein würzt er seine Songs mit Beats und Samples aus der Tonkonserve.
Sie wuchsen als Kind blinder Eltern auf. Inwiefern hat diese Tatsache Ihr Leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>William Fitzsimmons trägt gerne Bart. Was er mit einigen Musikern seiner Zunft gemein hat. Denn Fitzsimmons zählt zur Singer-Songwriter-Gilde. Doch im Gegensatz zu anderen spielt er nicht nur Gitarre und singt. Obendrein würzt er seine Songs mit Beats und Samples aus der Tonkonserve.<span id="more-605"></span></p>
<p>Sie wuchsen als Kind blinder Eltern auf. Inwiefern hat diese Tatsache Ihr Leben geprägt?<br />
Fitzsimmons: &#8220;In vielerlei Hinsicht hat das meine Kindheit gar nicht beeinträchtigt. Sie unterstützten mich und meine Geschwister darin, hart an uns zu arbeiten, unabhängig und einsichtig zu sein. Was wohl alle guten Eltern vermitteln würden. Andererseits wurde ich in einem unglaublich schwierigen Umfeld groß. Es existierten keine visuellen Reize. Selbst kurze Reisen waren unmöglich und das Vertrauen in Klänge war das A und O. Wir wurden erzogen, unsere Ohren zu benutzen und nicht unsere Augen, um zu verstehen und mit der Welt zu kommunizieren. Der wichtigste Teil der Erziehung war, zu lernen, mit Musik zu sprechen.&#8221;</p>
<p>Ihr Vater soll trotz seiner Behinderung vor Jahren eine Orgel gebaut haben?<br />
Fitzsimmons: &#8220;Er hat sehr effizient seine Ohren, Hände und seinen Verstand eingesetzt, um Dinge zu machen, die Du und ich dank unserer Augen im Nu erledigen könnten. Er kannte sich schon als Kind mit Elektrizität aus, werkelte mit den ersten Computern herum und ist wohl der brillanteste Mensch, den ich je getroffen habe. Er war ein Fan von Orgeln und deren Musik. Es dauerte, bis er seine Orgel fertig hatte. Da war ich etwa zehn Jahre alt. Unser Wohnzimmer war zum einen mit Möbeln zugestellt, zum anderen mit der Orgel. Sie klang wahnsinnig gut. Es war aufregend, einen solchen Klang aus der Nähe erleben zu können. Leider mussten meine Eltern nach ihrer Scheidung das Haus und damit die Orgel verkaufen.&#8221;</p>
<p>Sie spielten nie in einer Band, schrieben Ihre Songs stets alleine. Warum?<br />
Fitzsimmons: &#8220;Diesbezüglich bin ich ein Einzelgänger. Ich hatte es mit befreundeten Musikern versucht, doch letztlich habe ich lieber keine Menschen um mich herum, wenn ich komponiere. Das mache ich am liebsten in aller Stille und Abgeschiedenheit. Im Studio und auf Tour habe ich allerdings meine Band dabei. Introvertierte Menschen brauchen andere Menschen, extrovertierte sind manchmal lieber allein. Am besten man hat, wie ich, die Wahl zwischen beidem.&#8221;</p>
<p>Kai Florian Becker (Juni 2010)</p>
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		<title>Rihanna: Stehlampe mit rosa Panzer</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 05:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[konzertrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Rihanna ist nicht aufzuhalten. Die erst 22-jährige Sängerin aus Barbados hat binnen fünf Jahren vier Alben veröffentlicht und mit diesen im Nu Weltruhm erlangt. Ihr zu Ehren wurde sogar 2008 in ihrer Heimat der &#8220;Rihanna Day&#8221; eingeführt. Kurzum: Weder Kritikerstimmen, noch persönliche Krisen konnten sie bis dato stoppen, geschweige denn ihr schaden. Am Dienstagabend gab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rihanna ist nicht aufzuhalten. Die erst 22-jährige Sängerin aus Barbados hat binnen fünf Jahren vier Alben veröffentlicht und mit diesen im Nu Weltruhm erlangt. Ihr zu Ehren wurde sogar 2008 in ihrer Heimat der &#8220;Rihanna Day&#8221; eingeführt. Kurzum: Weder Kritikerstimmen, noch persönliche Krisen konnten sie bis dato stoppen, geschweige denn ihr schaden. Am Dienstagabend gab sich die zierliche Sängerin in der ausverkauften Rockhal selbstbewusst und präsentierte eine imposante Bühnenshow.<span id="more-598"></span></p>
<p>Als am Morgen die Nachricht die Runde machte, Rihanna sei mit einem fast 100-köpfigen Tourtross und an die 20 Lastwagen angereist, wunderte man sich noch, was am Abend alles aufgeboten werden würde. Allein schon die riesige Bühne, mit einem breiten, langen Ausleger bis in die Hallenmitte hinein, gab die Antwort. Im Hintergrund hingen zudem riesige Leinwände und schon kurz nach Showbeginn fuhr ein rosafarbener Panzer auf. Verrückt. Derweil marschierten Tänzer mit nacktem Oberkörper, Pickelhaube und rosa Gewehr zu Rihannas betörendem R&#038;B/Pop-Mix über die Bühne, während es auf der Leinwand in Bonbon-Farben Bomben vom Himmel hagelte. Ein erstaunlich martialischer, aber auch imposanter Beginn einer nahezu makellosen Popshow. Die stand unter dem Motto &#8220;Last Girl On Earth&#8221;, was das überwiegend endzeitliche Videoszenario zu erklären vermochte.</p>
<p>Eigentlich war die Bühnenshow recht einfach konzipiert. Die Leinwand ersetzte aufwendige Dekorationen und konnte mit Leichtigkeit dem Song entsprechende Hintergrundbilder liefern. Für &#8220;Fire Bomb&#8221; stiegen beispielsweise animierte Feuerfontänen und Atompilze auf, bei &#8220;Shut Up &#038; Drive&#8221; stürzten Dummys durchs Bild, während sich aus dem Laufsteg ein Autowrack erhob, das Tänzerinnen mit einem Baseballschläger bewaffnet umkreisten. Leicht gruselig wurde es bei &#8220;Disturbia&#8221;, einem ihrer fünf US-Top 1-Hits: Ein Wald bei Mondschein inklusive Vampire und Fledermäuse.</p>
<p>Danach war es Zeit für Rihannas ersten Kostümwechsel. Nach einer kurzen Videosequenz ließ sie sich, von den Klängen ihres neuen Songs &#8220;Rockstar 101&#8243; begleitet, in einem verboten verführerischen schwarzen Lack-Catsuit von der Hallendecke herab. Sie zeigte vollen Körpereinsatz und räkelte sich nicht mehr ganz so jungendfrei vor einer Kamera, deren Bilder live auf die Leinwand projiziert wurden (&#8221;Rude Boy&#8221;).</p>
<p>Die Abkühlung folgte in Form eines Akustiksets, der mit einer sehr mäßigen Coverversion des Oasis-Hits &#8220;Wonderwall&#8221; eingeleitet wurde. Das war eines der beiden Mankos an diesem Abend: Rihanna näselte &#8220;Wonderwall&#8221; arg lieblos dahin. Außerdem nahmen die sich nahtlos aneinandergereihten Akustiksongs, zu denen auch die Pianoballade &#8220;Unfaithful&#8221; gehörte, etwas die Luft aus der bis dahin ereignisreichen und insbesondere temporeichen Show. Gott sei Dank sollte sich das bald wieder ändern. Mit &#8220;Don&#8217;t Stop The Music&#8221; küsste Rihanna ihr Publikum wieder wach. Akrobaten turnten an schwebenden Maschinengewehren, und Rihanna tanzte ausgelassen in einem Käfig.</p>
<p>Es ging Schlag auf Schlag; manch ein Song wurde nur noch angespielt: etwa das Sheila E.-Cover &#8220;The Glamorous Life&#8221;, für dessen Performance Rihanna extra Schlagzeug-Stunden genommen hatte, damit sie nur ja an den Percussions eine gute Figur abgibt. Die Perfektionistin hätte sich wirklich keine Sorgen machen müssen: Die 90 Minuten vergingen wie im Fluge und kamen der vollendeten Popshow sehr, sehr nahe. Entgegen der immer wieder aufkeimenden Kritik, Rihanna habe keinen Modegeschmack, was sie in der Vergangenheit tatsächlich einige Male mit äußerst scheußlichen und kitschigen Kostümen andeutete, hielt sie sich in der Rockhal diesbezüglich zurück. Nur für den Höhepunkt, ihren unwiderstehlichen Hit &#8220;Umbrella&#8221;, schlüpfte sie in ein seltsames, weiß leuchtendes Kostüm, in dem sie wie eine neumodische Stehlampe aussah.</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Turbostaat: Gekommen, gerockt, gefeiert</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 14:34:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[konzertrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Turbostaat hatten sich vor einiger Zeit mit einem Majorlabel eingelassen, mit einem der finanzstarken und den Markt dominierenden Industrieriesen also. Ihrem guten Ruf und ihrem Ansehen hat das in der Punkrock-Szene überraschenderweise nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Konzerte ihrer aktuellen Tournee sind bestens besucht. Am Mittwoch war der kleine Club der Garage dermaßen prallgefüllt, im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Turbostaat hatten sich vor einiger Zeit mit einem Majorlabel eingelassen, mit einem der finanzstarken und den Markt dominierenden Industrieriesen also. Ihrem guten Ruf und ihrem Ansehen hat das in der Punkrock-Szene überraschenderweise nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Konzerte ihrer aktuellen Tournee sind bestens besucht.<span id="more-596"></span> Am Mittwoch war der kleine Club der Garage dermaßen prallgefüllt, im Nu wurden Hitze und Enge nahezu unerträglich. Vielleicht lag es daran, dass dieser Mittwoch sozusagen ein Samstag war. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass das neue Album &#8220;Das Island Manöver&#8221; die knapp 150 Fans anlockte, die die Flensburger Punkrocker feierten und dazu animierten, über die mit dem Veranstalter vereinbarte Spielzeit hinaus zu rocken. Eine solch ausgelassene Stimmung erlebt man nicht alle Abende. Turbostaat hatten auch wirklich ihr Bestes gegeben, um die Stimmung an- und den Club aufzuheizen. Schon zu Beginn spielten sie die erste Mitsing-Hymne: &#8220;Surt &#038;Tyrann&#8221;, einer der neuen Songs und wie der Rest rockig, mitreißend und eingängig. Fast allen wohnte eine unterschwellige Aggressivität inne. Die Ausnahmen bildeten das melancholische, ruhige &#8220;Urlaub auf Fuhferden&#8221; und der erste, epische Teil des Songs &#8220;Das Island Manöver&#8221;. Das waren allerdings kurze Momentaufnahmen, da umgehend das Tempo wieder angezogen wurde, um mit &#8220;Nach fest kommt ab&#8221; einen der älteren Hits und im Anschluss das neue Lied &#8220;Oz Antep&#8221; folgen zu lassen. Letztendlich entschädigten Musik und Stimmung vollends für das Sauna-Klima und das Gedränge im kleinen Club.</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Black Rebel Motorcycle Club: Beat The Devil&#8217;s Tattoo</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 05:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwie nervt Schlagzeuger Nick Jago. Mal ist er in der Band, mal nicht. Aktuell ist er wieder draußen &#8211; schon zum zweiten Mal. Was sicherlich niemanden stören wird. Denn seine Position hat Leah Shapiro eingenommen, und die macht einen exzellenten Job. Sie konnte ja schon einige Erfahrungen als Live-Trommlerin des dänischen Rock-Duos The Raveonettes sammeln. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie nervt Schlagzeuger Nick Jago. Mal ist er in der Band, mal nicht. Aktuell ist er wieder draußen &#8211; schon zum zweiten Mal. Was sicherlich niemanden stören wird. Denn seine Position hat Leah Shapiro eingenommen, und die macht einen exzellenten Job.<span id="more-592"></span> Sie konnte ja schon einige Erfahrungen als Live-Trommlerin des dänischen Rock-Duos The Raveonettes sammeln. Jetzt beschert sie den Black Rebel Motorcycle Club-Songs auf &#8220;Beat The Devil&#8217;s Tattoo&#8221; ein solides rhythmisches Grundgerüst. Peter Hayes (Gitarre, Bass und Gesang) und Robert Levon Been (Bass, Gitarre, Gesang) liefern dazu ihren psychedelischen und südstaatlich angehauchten Fuzz Rock.</p>
<p>Neu erfunden hat sich das Trio nicht. Was auch nicht vonnöten war, solange sie so gewaltig rocken wie in &#8220;Conscience Killer&#8221; und gleich im Anschluss das Tempo drosseln, um einen Quasi-Popsong folgen zu lassen, dessen hochtönigen Gitarrenriffs dem Pop etwas Paroli bieten (&#8221;Bad Blood&#8221;). Später gibt es noch eine Akustikballade mit Echo im Gesang und Orgel im Hintergrund (&#8221;Sweet Feeling&#8221;), einen hingebungsvollen Zeitlupensong (&#8221;Aya&#8221;) und den Ohrwurm &#8220;Shadow&#8217;s Keeper&#8221;. Gute Platte.</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Fettes Brot: Größenwahnsinig wie wir sind</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 05:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1992 gründeten die Vorstadt-Gymnasiasten Boris Lauterbach, besser bekannt als König Boris, Martin Vandreier alias Dokter Renz und Björn Warns (Björn Beton) Fettes Brot. Seitdem hat die Hamburger HipHop-Band scheinbar mit Leichtigkeit unzählige Hits geschrieben: angefangen bei &#8220;Nordisch By Nature&#8221; und &#8220;Jein&#8221; über &#8220;Viele Wege führen nach Rom&#8221; und &#8220;Schwule Mädchen&#8221; bis hin zu &#8220;Bettina, zieh [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1992 gründeten die Vorstadt-Gymnasiasten Boris Lauterbach, besser bekannt als König Boris, Martin Vandreier alias Dokter Renz und Björn Warns (Björn Beton) Fettes Brot. Seitdem hat die Hamburger HipHop-Band scheinbar mit Leichtigkeit unzählige Hits geschrieben: angefangen bei &#8220;Nordisch By Nature&#8221; und &#8220;Jein&#8221; über &#8220;Viele Wege führen nach Rom&#8221; und &#8220;Schwule Mädchen&#8221; bis hin zu &#8220;Bettina, zieh dir bitte etwas an&#8221; und aktuell &#8220;Kontrolle&#8221;, einer Auskopplung aus ihren beiden zuletzt veröffentlichten Livealben &#8220;Fettes&#8221; und &#8220;Brot&#8221;. Wie es möglich ist, über Jahre konstant hohe Qualität abzuliefern, das erklärt Boris Lauterbach.<span id="more-588"></span></p>
<p>Auf der Facebook-Website von Fettes Brot steht: &#8220;Fettesbrot packt seine Koffer und nimmt mit: Das Nervenkostüm!&#8221; Sie sind doch nicht etwa aufgeregt, wenn Sie auf Tournee gehen?<br />
&#8220;Das Nervenkostüm ist unsere achtköpfige Band, die wir liebevoll so nennen. Davon ab: Wenn man jeden Abend vor ein paar tausend Leuten auf die Bühne geht, und wenn man will, dass alles funktioniert und gut wird, und mit einer gewissen Leidenschaft bei der Sache ist, bleibt Nervosität nicht aus.&#8221;</p>
<p>Das Video zur aktuellen Single &#8220;Kontrolle&#8221; entstand unter der Regie von Björn Beton. Er hatte erstmals Regie geführt. Woher hat er den Sachverstand?<br />
&#8220;Um Sachverstand haben wir uns noch nie gekümmert, sonst hätten wir uns nie auf die Bühne gewagt. Im Ernst: Björn hatte eine gute Idee, sich Hilfe genommen und sein Konzept seinen Vorstellungen entsprechend umgesetzt. Das Resultat spricht für sich.&#8221;</p>
<p>Und wurde auf Netzpolitik.org gepostet, einem Blog für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter. War es Ihre Intention, so ernst genommen zu werden?<br />
&#8220;Auf jeden Fall. Wer was nachher mit unserem Video macht, das können wir nicht beeinflussen. Unser Ziel war es, das Thema Kontrolle, Überwachungsstaat und Internetsperre in einen Popsong einzubringen. Wenn das Ergebnis dann auch auf solchen Seiten besprochen wird, freuen wir uns durchaus.&#8221;</p>
<p>In dem Lied setzten Sie den Auto-Tune-Effekt ein, der die Stimme künstlich verändert. Kommt heutzutage kein Popalbum ohne diese nervige Spielerei aus?<br />
&#8220;Sicherlich. Aber es passte inhaltlich bestens. Der Auto-Tune kontrolliert ja die Stimme, damit die Töne immer richtig liegen.&#8221;</p>
<p>Ist Fettes Brot nun eine politische und doch keine Unterhaltungsband?<br />
&#8220;Das ist kein Wiederspruch. Wir sind beides. Wir haben keine Scheu, unsere Ansichten kundzutun. Doch wird man bei uns keinen erhobenen Zeigefinger sehen. Besonders gelungen ist ein Lied dann, wenn man dazu in der Disco tanzen kann und zuhause beim genaueren Studium des Textes ins Grübeln kommt.&#8221;</p>
<p>Hätten Sie es in den Neunzigern je für möglich gehalten, auch 2010 noch mit Fettes Brot zu touren und Alben zu veröffentlichen?<br />
&#8220;Vor 18 Jahren hätte ich bestimmt nein gesagt. Wir sind keine Band, die große Zukunftspläne schmiedet. Unsere Planungen erstrecken sich immer auf ein halbes, maximal auf ein Jahr. Ich kann mir durchaus vorstellen, mit 60 Jahren noch Musik zu machen. Solange wir Spaß an der Sache haben, das Gefühl überwiegt, dass wir noch relevant sind, und sich die Leute für uns interessieren, machen wir weiter.&#8221;</p>
<p>Wie sehen Sie die Veränderungen, die der deutsche HipHop in den letzten Jahren durchgemacht hat?<br />
&#8220;Der HipHop hat die Entwicklungen genommen, die alle Subkulturen durchmachen, wenn sie in den Mainstream Einzug erhalten. Es gibt eine gewisse Pluralität: verschiedene Stile und verschiedene Ansätze. Das wiederum kann auch zu einer Art Beliebigkeit führen. Letztlich ist der HipHop ein fester Bestandteil der Musikkultur, der sicherlich auch in Zukunft immer mal wieder aufregende Künstler hervorbringen wird. Leider sind momentan die Dummdreisten etwas lauter als die Intelligenten. Aber das kann sich wieder ändern. Ich halte nichts von Pessimismus und hoffe aufs Beste.&#8221;</p>
<p>Was ist das Geheimnis, dass Fettes Brot seit 18 Jahren zusammen sind?<br />
&#8220;Es ist eine Mischung aus vielen Dingen. Wir haben im Verlauf unserer Karriere nicht jeden Euro mitgenommen, den wir hätten verdienen können und haben uns eher für die Kunst denn fürs Geld entschieden. Dann wären da die drei Typen in der Band: Wir mögen uns und inspirieren uns gegenseitig. Wir sind in erster Linie Freunde, dann erst Kollegen. Außerdem sind wir nach wie vor neugierig und haben tierischen Spaß, Platten aufzunehmen, auf Tour zu gehen und unser Leben mit Musik zu beschreiten. Ohne den Spaß würde es keinen Sinn mehr machen.&#8221;</p>
<p>Und warum sind Ihre Songs seit jeher so erfolgreich? Liegt es daran, dass Sie musikalisch stets am Puls der Zeit sind? Oder an der Ironie in Ihren Songs?<br />
&#8220;Beides. Wir beschäftigen uns eingängig mit aktueller Musik und vermeiden es, uns zu wiederholen. Viele Fans sind mit uns gewachsen. Andererseits ist es erstaunlich, wie viele junge und neue Fans auf unseren Konzerten auftauchen. Das gibt uns ein sehr gutes Gefühl.&#8221;</p>
<p>Man hat nicht den Eindruck, Sie würden sich zu ernst nehmen, zugleich aber nehmen Sie Ihren Job sehr ernst.<br />
&#8220;Das ist schön gesagt. Ein ironischer Abstand zu sich selbst, ist ungemein wichtig: im Privatleben und erst recht als Popstar. Wenn man sich jeden Tag so benimmt, als sei man am offenen Herzen operiert, wäre das sehr schnell peinlich. Glücklicherweise haben wir diese Distanz. Aber sobald wir in ein Studio oder auf eine Bühne gehen, haben wir den Ehrgeiz, es so gut zu machen, wie wir können.&#8221;</p>
<p>Seit längerem erscheinen Ihre Tonträger auf Ihrem eigenen Label Fettes Brot Schallplatten. Vielen Künstlern wäre das zu viel; sie konzentrieren sich auf die Musik und kümmern sich weniger ums Business&#8230;<br />
&#8220;Wir sind eine gewachsene Truppe, der auch noch andere angehören. Der Ehrlichkeit halber muss ich sagen, dass sich eben diese anderen um das Label kümmern. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Musik. Wir treffen uns nur ein Mal die Woche und besprechen geschäftliche Dinge.&#8221;</p>
<p>Bei einer anderen Plattenfirma wäre es vielleicht nicht so einfach zu realisieren gewesen, zwei Livealben an einem Tag zu veröffentlichen. Wieso eigentlich zwei separate Alben?<br />
&#8220;Das hat mit popkulturellen Zusammenhängen zu tun. Die Beatles haben das schon so gemacht und auch Gun&#8217;n'Roses. Wir wollten uns &#8211; so größenwahnsinnig wie wir sind &#8211; da einreihen. Daher haben wir zwei durchdesignte, edel verpackte Alben herausgebracht.&#8221;</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Editors: Hin- und hergerissen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 05:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[konzertrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die große Frage, die es am Montagabend zu beantworten galt, lautete: Würden sich die elektronischen Songs des dritten Editors-Albums &#8220;In This Light And On This Evening&#8221; nahtlos in das ältere, rockige Songmaterial einfügen?
Bevor allerdings diese Frage beantwortet werden konnte, gab es eine andere Band zu bewundern: I Like Trains. Das in Leeds beheimatete Quartett ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die große Frage, die es am Montagabend zu beantworten galt, lautete: Würden sich die elektronischen Songs des dritten Editors-Albums &#8220;In This Light And On This Evening&#8221; nahtlos in das ältere, rockige Songmaterial einfügen?<span id="more-581"></span></p>
<p>Bevor allerdings diese Frage beantwortet werden konnte, gab es eine andere Band zu bewundern: I Like Trains. Das in Leeds beheimatete Quartett ist selbst auf der Insel noch recht unbekannt und schaffte es mit dem 2007 veröffentlichten Debütalbum &#8220;Elegies To Lessons Learnt&#8221; nicht einmal in die Top 100 der UK Charts. Doch nach Tourneen im Vorprogramm von British Sea Power, The Sisters Of Mercy und aktuell den Editors rekrutieren I Like Trains langsam mehr und mehr Fans. Und wenn sie regelmäßig so überzeugend aufspielen wie am Montag in der Rockhal, dann sollte der Aufstieg sogar noch schneller vonstatten gehen. Ihr erstes Konzert in Luxemburg mussten sie vor 15 Zuschauern absolvieren. Diesmal waren es &#8220;mindestens doppelt so viele&#8221;, scherzte Sänger und Gitarrist David Martin.</p>
<p>Die Musik von I Like Trains ist vergleichbar mit den ruhigen Passagen der schottischen Postrocker Mogwai. Wobei die getragene Stimme Martins an Paul Banks von Interpol erinnert. Auffällig war, mit welcher Behutsamkeit und Anmut die Songs arrangiert wurden. Selbst wenn die Band einmal aus sich herausging, das Tempo anzog und die Lautstärke erhöhte (etwa in &#8220;The Voice Of Reason&#8221;), blieb Martins Gesang erstaunlich unaufgeregt. Er verabschiedete sich denn auch mit einem zarten, fast schüchternen &#8220;Merci beaucoup&#8221; von einem zufriedenen Publikum.</p>
<p>Mittlerweile war der Club bis in die hintersten Ecken gefüllt. Die Erwartungen an den Auftritt der Editors waren groß. Kaum war das Licht erloschen, brach der erste Jubel los. Smith &#038; Co. eröffneten ihr Konzert mit dem Titelsong ihres neuen Albums. Der klang annähernd nach den Editors der beiden Vorgängeralben &#8220;The Black Room&#8221; und &#8220;An End Has A Start&#8221;.</p>
<p>Von Beginn an im Mittelpunkt stand Sänger/Gitarrist Smith. Von weitem sah er aus wie der US-Schauspieler Edward Norton in dem David Fincher-Film &#8220;Fight Club&#8221;. Allerdings war Smith nicht gekommen, um sich prügeln, noch agierte er so, als sei er verrückt. Bei vorherigen Auftritten war sein Gebaren nahezu unerträglich und ließ vermuten, er habe ein massives Drogenproblem. Doch dem war wohl nie so. Vielleicht war es auch nur Show? Diesmal jedenfalls hielt er sich mit seltsamen Gesten weitestgehend zurück.</p>
<p>Das vierte Lied war ein neues. So perfekt und glasklar der Sound war, &#8220;You Don&#8217;t Know Love&#8221; fiel gegenüber dem zuvor Gehörten deutlich ab. Hatte man bis dahin den Eindruck gehabt, eine Rockband experimentiere ein wenig mit Electroklängen, stand nun plötzlich eine Electroband auf der Bühne, die in der zweiten Songhälfte überraschend eine Gitarre erklingen ließ. Dazu passte auch &#8220;Last Day&#8221;. Diesen Song hatten Editors anlässlich des Record Store Day erst kürzlich in Großbritannien als limitierte Vinylsingle veröffentlicht. So nah waren Editors noch nie an Depeche Mode dran. Allerdings hinterließ diese Verneigung einen unmotivierten und faden Eindruck. Besser gefielen &#8220;Munich&#8221; und &#8220;Smokers Outside The Hospital Doors&#8221;, beide rockig und älteren Datums. Im Zugabenteil überraschte die Singleauskopplung &#8220;Papillon&#8221;, die in Belgien Ende letzten Jahres auf Platz eins stand. Ein neuer, sehr beschwingter Song, der aber nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Rockband Editors wesentlich bessere Songs schreibt als die Electroband Editors. Insofern war man hin und her gerissen zwischen Wohlwollen und Zweifel.</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Midge Ure: Wie ein Urlaubstrip</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 05:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Er hätte Sänger der Sex Pistols werden können, spielte dann aber in der Punkband The Rich Kids. Danach wurde er Frontmann von Ultravox, gründete Visage, stand mit Thin Lizzy auf der Bühne und schrieb mit Bob Geldorf den Band Aid-Hit &#8220;Do They Know It&#8217;s Christmas?&#8221;. Davon ab ist er seit Jahren erfolgreicher Solomusiker. Das Leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er hätte Sänger der Sex Pistols werden können, spielte dann aber in der Punkband The Rich Kids. Danach wurde er Frontmann von Ultravox, gründete Visage, stand mit Thin Lizzy auf der Bühne und schrieb mit Bob Geldorf den Band Aid-Hit &#8220;Do They Know It&#8217;s Christmas?&#8221;. Davon ab ist er seit Jahren erfolgreicher Solomusiker. Das Leben von Midge Ure ist wahrlich bewegt und ein Interview mit ihm kurzweilig und unterhaltsam zugleich.<span id="more-584"></span></p>
<p>Wenn Sie zurückblicken auf all das, was Sie als Musiker erreicht haben, sind Sie stolz auf sich?<br />
&#8220;Ehrlich gesagt, kenne ich niemanden, der so denkt. Andererseits gibt es persönliche Momente in meinem Leben, die vielleicht nicht die offensichtlichen Höhepunkte sind, da hätte ich mich schon kneifen können. Beispielweise als ich mit Eric Clapton in meinem Haus in der Karibik Gitarre spielte. Wir saßen da und spielten ein paar alte Blues-Lieder. Phänomenal. Das war das absolut Größte für mich. Ich erinnere mich noch, dass ich als Kind hinten auf meiner Jacke stehen hatte: Clapton is god! 15 Jahre später spiele ich zusammen mit ihm. Es sind nicht die Nummer Eins-Hits, sondern die kleinen Dinge, die mir etwas bedeuten.&#8221;</p>
<p>Haben Sie die Session mitgeschnitten?<br />
&#8220;Nein, sie existiert nur in meinem Kopf. Haha. Ich weiß noch: Ich hatte eine Akustik- und eine E-Gitarre. Letztere hatten wir an einen Ghettoblaster angeschlossen, weil ich keinen Verstärker da hatte. Wir tauschten immer wieder die Instrumente. Es war fantastisch.&#8221;</p>
<p>Sie erwähnten Ihre Nummer Eins-Hits. Wo bewahren Sie Ihre Goldenen Schallplatten auf?<br />
&#8220;Die sind alle in einem Raum unter dem Dach verstaut. Ich weiß diese Auszeichnungen durchaus zu schätzen. Aber ich habe keine Lust, durch mein Haus zu gehen und sie ständig betrachten zu müssen. Das wäre zu selbstgefällig. Man würde eh nicht unbedingt vermuten, dass hier ein Musiker wohnt. Die einzigen Instrumente, die bei mir rumstehen, sind die meiner Kinder.&#8221;</p>
<p>Ihr Haus erinnert demnach nicht an Museum?<br />
&#8220;Auf keinen Fall. Ich habe es nicht so mit Antiquiertem. In diesem Moment sitze ich vor meinem High-Tech-Laptop. Ich bin der totale Technik-Liebhaber und mag diese kleinen Maschinen, die dir das Leben erleichtern.&#8221;</p>
<p>Bei welchem Projekt – abgesehen von der Session mit Clapton – hatten Sie am meisten Spaß?<br />
&#8220;Ohne jetzt zu nazistisch erscheinen zu wollen: Das war der Moment, in dem ich zu Ultravox kam. Denn wir hatten seinerzeit gar nichts. Wir standen ohne Plattenfirma da, der Sänger und der Gitarrist waren ausgestiegen und wir pleite. Doch im Proberaum machten wir so aufregende Musik, wie ich sie noch nie zuvor in meinem Leben gehört hatte. Noch bevor wir Erfolg hatten, war es ein fantastisches Gefühl, Mitglied dieser Band zu sein. Davon ab, hatte ich unglaublich viel Glück, über die Jahre die Leute zu treffen, die ich verehrte. Das Duett mit Kate Bush war zum Beispiel großartig (&#8221;Sister And Brother&#8221; von seinem 1988 veröffentlichten Album &#8220;Answers To Nothing&#8221;). Wir waren nicht zusammen im Studio, so dass ich in Tränen ausbrach, als ich den fertigen Song erstmals hörte. Kate hatte Tage damit verbracht, den Gesang mit einem Mehrspurgerät einzusingen.&#8221;</p>
<p>Waren Sie bereits ein Fan von Ultravox bevor Sie in die Band kamen?<br />
&#8220;Ich war kein Fan der ersten beiden Platten. Ich wohnte zuvor in Glasgow. Da hörte ich von dem Gerücht, Ultravox sei eine künstliche Band. Das war seinerzeit ihr Stigma. So hatte ich wenig Interesse für die Band entwickelt. Bis ich in London die Clubs meines Freundes Rusty Egan aufsuchte und Songs ihres dritten Albums &#8216;Systems Of Romance&#8217; zu hören bekam. Mir gefielen die Aufnahmen mit Conny Plank in Deutschland als auch die Kombination aus traditionellen Rockinstrumenten und Elektronik.&#8221;</p>
<p>Mit eben jenem Egan und Steve Strange gründeten Sie 1978 Visage, deren bekanntester Song &#8220;Fade To Grey&#8221; ist. Wie denken Sie heute über Visage?<br />
&#8220;Auf diesen Song bin ich stolz. Visage war ja nur ein Projekt. Ich durfte bis dahin nie im Studio das machen, worauf ich Lust hatte. Dabei hatte ich großes Interesse am Produzieren, hatte mir gerade meinen ersten Synthesizer gekauft und hörte viel elektronische Musik aus Deutschland und Belgien. Dann versammelte ich all meine Lieblingsmusiker um mich herum: Billy Currie von Ultravox und die Jungs von Magazine. Rusty half mir dabei, und so konnte ich erstmals im Studio nach meinen Vorstellungen Musik machen. &#8216;Fade To Grey&#8217; basiert auf einem Jam von Currie und Chris Payne, dem Keyboarder von Gary Numans Liveband. Diesen Jam hatten sie immer wieder während einer Numan-Tour gespielt. Ich musste nur noch die Melodie und den Text hinzufügen. Der Song wurde bekanntlich extrem populär und plötzlich in den angesagtesten Clubs in Berlin und New York gespielt.&#8221;</p>
<p>Das muss für die restlichen Ultravox-Mitglieder doch frustrierend gewesen sein: Kaum durften Sie mal machen, was Sie wollten, hatten Sie einen weltweiten Hit gelandet.<br />
&#8220;Haha. Ich glaube nicht, dass einer frustriert war. Es war ja nicht nur ich. Ohne die anderen hätte ich meine Ideen nie realisieren können. Die Kombination aus Leuten war das Geheimnis &#8211; auch bei Ultravox. Ich denke da an den Song &#8216;Vienna&#8217;, der die Ideen aller Vier wiederspiegelt. Vielleicht war ich der Katalysator. Aber ich allein hätte mir diese Songs nicht ausdenken können &#8211; genauso wenig wie Ultravox ohne mich. Wir waren zur richtigen Zeit zusammen. Außerdem waren wir jung, naiv und enthusiastisch und hatten viel Glück.&#8221;</p>
<p>Nun gehen Sie erneut mit Ultravox auf Tournee. Sind Sie aufgeregt?M.U.: &#8220;Wir kennen ja die Geschichten von all den Bands, die auf Reunion-Tour gehen und deren Mitglieder mit eigenem Manager im eigenen Auto reisen. Wir tourten bereits Ende letzten Jahres durch Großbritannien und das in einem Minibus. Ein tolle Erfahrung: Wir redeten und redeten. Das war neu für uns. Wir machen das ja aus Spaß und nicht, um reich zu werden. Die Show kostet Unsummen. Wir werden aber viel Genugtuung erfahren und die Songs auf technisch höchstem Niveau darbieten können. Mich erinnert das fast an einen Urlaubstrip. Wobei die Vorbereitungen intensiv waren: Warren (Cann) hatte jahrelang kein Schlagzeug mehr gespielt, Billy tüftelte ewig am Computer, um die alten Synthesizer-Sounds zu kreieren, und keiner von ihnen hatte je ein In-Ear-Monitorsystem benutzt. Haha.&#8221;</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Editors: Freundschaft über alles</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 18:58:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf ihrem Debütalbum &#8220;The Black Room&#8221; kokettierte die aus Birmingham stammende Band Editors mit dem Sound von Joy Division, Echo And The Bunnymen und auch Interpol. Fünf Jahr später fürchtete das Quartett, in einer Sackgasse zu enden und wandte sich auf seinem dritten Album &#8220;In This Light And On This Evening&#8221; elektronischen Klangwelten zu. Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf ihrem Debütalbum &#8220;The Black Room&#8221; kokettierte die aus Birmingham stammende Band Editors mit dem Sound von Joy Division, Echo And The Bunnymen und auch Interpol. Fünf Jahr später fürchtete das Quartett, in einer Sackgasse zu enden und wandte sich auf seinem dritten Album &#8220;In This Light And On This Evening&#8221; elektronischen Klangwelten zu. Eine gewagte, aber überlebensnotwendige Maßnahme, wie Schlagzeuger Edward Lay im Gespräch erklärt.<span id="more-578"></span></p>
<p>Sie alle hatten &#8220;Music Technology&#8221; an der Stafford University studiert, bevor sie Editors gründeten. Haben Sie während des Studiums etwas gelernt, das Ihnen heute als professioneller Musiker weiter hilft?<br />
&#8220;Ehrlich gesagt: Nein. Wir wollten sowieso keine Toningenieure, höchstens vielleicht Produzenten werden. Zumindest hatten wir die Zeit und die Möglichkeit, eine Band zu gründen. Da wir uns täglich im Unterricht sahen, konnten wir uns sehr gut kennenlernen, bevor wir wochenlang im Tourbus aufeinander hocken mussten. Doch was uns auf der Universität vermittelt wurde, hilft uns heute im Musikgeschäft nicht wirklich weiter.&#8221;</p>
<p>Stimmt es, dass Sie zu Beginn Ihrer Karriere als Verkäufer in einem Schuhgeschäft arbeiteten?<br />
&#8220;Ja, Chris (Urbanowicz, Gitarrist) und ich verkauften im gleichen Laden Schuhe. Das war eine ganz spezielle Erfahrung. Ich vermied es so weit wie möglich, anderer Leute Füße zu berühren. Es hat aber Spaß gemacht. Chris und ich waren ein gutes Team. Und wir haben einige sehr interessante Menschen kennen gelernt. Letztlich muss man halt irgendeinen Job haben, um sich ein Leben mit der Band zu finanzieren.&#8221;</p>
<p>Was sind Ihre Lieblingsschuhe beim Schlagzeugspielen?<br />
&#8220;Ha, das sind natürlich Converse All Stars, die Klassiker überhaupt. Das liegt einfach an der dünnen, sehr flexiblen Sohle. Man spürt die Pedale gut. Mensch, jetzt reden wir tatsächlich über Schuhe…&#8221;</p>
<p>Okay, Themawechsel: Wann hatten Sie den Punkt erreicht, von dem an Sie von der Musik leben konnten?<br />
&#8220;Nachdem wir den Plattenvertrag unterschrieben hatten und die ersten Tourneen anstanden, mussten wir unsere Jobs aufgeben. Welcher Arbeitgeber lässt dich schon wochenlang die Welt bereisen und stellt dich danach wieder an? So mussten wir einen Weg finden, irgendwo zu wohnen, ohne Geld auszugeben. Ich kam im Elternhaus von Russell (Leetch, Bassist) unter. Wahrscheinlich ging ich ihnen gehörig auf die Nerven, doch sie waren stets locker und nett zu mir. Es dauerte eine Weile, bis wir genug Geld verdienten. Letztlich haben wir jetzt erst den Punkt erreicht. Dennoch lief es gut für uns; wir hatten viel Glück, aber auch enorm viel Arbeit in die Band investiert. Wir sind dankbar, dass wir uns diesen Traum erfüllen durften.&#8221;</p>
<p>Hatten Sie denn den Wunsch, professioneller Musiker zu werden?<br />
&#8220;Oh ja. Ich hätte nur nicht gedacht, dass sich dieser jemals erfüllen würde. Vielleicht ist das Geheimnis, dass die Band auf einer sehr engen Freundschaft zwischen uns Vier basiert.&#8221;</p>
<p>Insofern wäre es ein Schock, wenn jetzt jemand aussteigen würde?<br />
&#8220;Vor einigen Monaten hatten wir uns darüber unterhalten, was wir im Fall der Fälle machen würden. Ich kann ehrlich gesagt nicht prophezeien, was passieren würde. Man weiß nie, was und wie es kommt.&#8221;</p>
<p>Sie erwähnten bereits, dass Sie eine enge Freundschaft verbindet. Mittlerweile leben Russell und Chris in New York, Sänger Tom Smith in London und Sie in Birmingham. Wie passt das zusammen?<br />
&#8220;Man braucht auch mal Abstand voneinander. Ohne die Auszeiten könnte die Band nicht existieren. Dann wären wir ja Maschinen. Man muss zudem neue Erfahrungen sammeln, damit die Musik auch weiterhin frisch und interessant klingt. Ich reise nicht nur mit der Band viel, sondern auch privat. Ich glaube, dass all die verschiedenen Orte, an denen wir leben, sich in dem neuen Album wiederspiegeln.&#8221;</p>
<p>Ist es dadurch nicht schwierig geworden, Band-Meetings zu arrangieren?<br />
&#8220;Die brauchen wir gar nicht. Letztlich lassen wir alles unser Management regeln. Die Leute kennen wir vom ersten Tag an und sind mittlerweile ebenfalls eng mit uns befreundet.&#8221;</p>
<p>Freundschaft scheint Ihnen sehr wichtig zu sein.<br />
&#8220;Absolut. Das gilt nicht nur für die Band und das Management, sondern auch für unsere Booking-Agenten, die PR-Leute und natürlich unsere Livecrew, die uns seit Jahren begleitet. Wir arbeiten so hart, da muss das Umfeld stimmen.&#8221;</p>
<p>Das neue Editors-Album, &#8220;In This Light And On This Evening&#8221;, klingt anders als seine beiden Vorgänger: elektronischer. Wie kam das?<br />
&#8220;Als wir uns die ersten Male trafen, um neue Songs zu schreiben, hatten wir das Gefühl, uns selbst zu kopieren. Wir waren wenig begeistert und uns schnell einig, dass es Veränderungen geben musste. Eine Möglichkeit bestand darin, anderes Equipment zu benutzen – beispielsweise einen Sampler. Ich würde nicht mal sagen, dass &#8216;In This Light And On This Evening&#8217; ein elektronisches Album geworden ist – eher ein mechanisches.&#8221;</p>
<p>Ohne diese Veränderungen wären Sie in einer Sackgasse gelandet?<br />
&#8220;Auf jeden Fall. Wir wollten weder uns noch andere anöden. Das wäre dumm gewesen. Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Fans von uns erwarten, dass wir unserem Stil immer treu bleiben. Ich glaube, sie verändern sich und wachsen mit uns. Wir wollen sie keinesfalls enttäuschen.&#8221;</p>
<p>Allerdings schrieb Tom just, dass dieses Album vielen Fans vor den Kopf stoßen und die Meinungen spalten werde. Wie fielen bis dato die Reaktionen aus?<br />
&#8220;Wir absolvieren gerade die zweite UK-Tournee mit den neuen Songs. Beim ersten Mal blickten wir von der Bühne in sehr kritische Gesichter. Jetzt ist es schon besser. Die Konzerte sind intensiv, die Fans gelöster. Es sind jetzt auch viel dynamischere Shows, weil wir öfters die Instrumente wechseln und neue Klänge hinzugekommen sind.&#8221;</p>
<p>Trotz der kritischen Fans schaffte es &#8220;In This Light And On This Evening&#8221; auf Platz eins der UK-Charts.<br />
&#8220;Stimmt. Ich weiß nicht, ob wir das erwartet haben. Über so etwas machen wir uns wenig Gedanken. Das Album ist jedenfalls rund: Die Songs passen zusammen, und es gibt einen roten Faden. Überrascht war ich dennoch über die Chartplatzierung. Wobei es auch schnell wieder von Platz eins verschwand. (lacht)&#8221;</p>
<p>Kai Florian Becker (Mai 2010)</p>
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		<title>Story Of The Year: Keine Erfolgsgeschichte</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 05:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[konzertrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[In den USA standen sie bereits mit zwei Alben in den Top 20 der Charts: 2005 mit &#8220;In The Wake Of Determination&#8221; und drei Jahre später mit &#8220;The Black Swan&#8221;. Ihr brandneues, viertes Album schaffte es aber nur auf Rang 42. Ironischerweise heißt es &#8220;The Constant&#8221; &#8211; eben diese konstante Größe sind Story Of The [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA standen sie bereits mit zwei Alben in den Top 20 der Charts: 2005 mit &#8220;In The Wake Of Determination&#8221; und drei Jahre später mit &#8220;The Black Swan&#8221;. Ihr brandneues, viertes Album schaffte es aber nur auf Rang 42. Ironischerweise heißt es &#8220;The Constant&#8221; &#8211; eben diese konstante Größe sind Story Of The Year in Sachen kommerzieller Erfolg wohl nicht mehr.<span id="more-565"></span> So kamen am Freitag auch nur knapp 400 Fans in die Garage, während diese vor einigen Jahren vielleicht restlos ausverkauft gewesen wäre. Manch eine Band hätte das mächtig frustriert. Die vier US-Amerikaner allerdings schien die mangelnde Zuschauerresonanz nur noch mehr angestachelt zu haben, auf der Bühne alles zu geben.</p>
<p>Schon der erste Song, &#8220;The Children Sing&#8221;, unterstrich ihre Ambitionen, das Publikum restlos begeistern zu wollen. Story Of The Year waren sehr bewegungsfreudig und euphorisiert und agierten so, als würden sie in ihrer Heimat auf einer riesigen Bühne vor ausverkauftem Hause aufspielen. Das machte sie umso sympathischer. Ihre Songs, eingängiger Alternative Rock mit gelegentlichen Emorock- oder Metal-Einschüben, kamen bei den verhältnismäßig wenigen Fans bestens an: Sie sangen nahezu jeden Refrain mit und hüpften nicht nur in den ersten Reihen auf und ab. Bei der einzigen Zugabe, dem Song &#8220;Stereo&#8221;, rasteten sie dann völlig aus und bildeten einen riesigen so genannten Moshpit in der Hallenmitte. Niemand konnte der Band vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben. Vielleicht sprechen sich ihre Live-Qualitäten bis zum nächsten Mal rum.</p>
<p>Kai Florian Becker (April 2010)</p>
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		<title>CocoRosie: Grey Oceans</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 05:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[albumrezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die musikalische Welt der Casady-Geschwister Bianca alias Coco und Sierra (Rosie) ist eine ganz eigene. Ihre Musik ist experimentell, aufregend, spannend und hauptsächlich anders. Die einen sagen Freak Folk dazu, wobei der Freak-Anteil wesentlich größer ist als der Folk-Anteil. Avantgarde-Indiepop wäre eine passende Umschreibung. Aber auch diese wird dem künstlerischen Schaffen der beiden Damen nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die musikalische Welt der Casady-Geschwister Bianca alias Coco und Sierra (Rosie) ist eine ganz eigene. Ihre Musik ist experimentell, aufregend, spannend und hauptsächlich anders. Die einen sagen Freak Folk dazu, wobei der Freak-Anteil wesentlich größer ist als der Folk-Anteil. Avantgarde-Indiepop wäre eine passende Umschreibung. Aber auch diese wird dem künstlerischen Schaffen der beiden Damen nur annähernd gerecht.<br />
<span id="more-561"></span><br />
Auf ihrem neuen Album &#8220;Grey Oceans&#8221; gibt es beispielsweise den Song &#8220;Hopscotch&#8221;. Der fängt an wie ein kindlicher Wildwest-Saloon-Gassenhauer, ehe er in ein sphärisches Drum&#8217;n'Bass-Stück mündet. Später überlagern sich beide Teile und ergeben entgegen ihrer Gegensätzlichkeit ein erstaunlich harmonisches Lied, das mit zu den besten auf diesem seltsamen Album gehört.</p>
<p>Die ersten Aufnahmen dazu entstanden Ende 2007. In Buenos Aires lernten CocoRosie den renommierten argentinischen Produzenten Nicolas Kalwill kennen, der sie in ein Tonstudio einlud. Dort nahmen sie mit dem Jazzpianisten Gael Rakotondrabe innerhalb von fünf Tagen, in denen sie fast gänzlich auf Schlaf verzichteten, sieben Songs auf. Die Arbeiten vollendeten sie in Studios in Paris, Berlin, New York und Melbourne.</p>
<p>Der hohe künstlerische Anspruch der Schwestern ist auf &#8220;Grey Oceans&#8221; allgegenwärtig. Von ihrem Hang zur Avantgarde ganz zu schweigen. Sicherlich hat das auch mit ihren Nebenbeschäftigungen zu tun. Bianca, selbst auch bildende Künstlerin, eröffnete im Februar 2008 in Paris ihre eigene Gallerie (Mad Vicky&#8217;s Tea Gallery); Sierra ist nebenher als klassische Opernsängerin tätig. Sie haben ein facettenreiches künstlerisches Umfeld und sind vielleicht deshalb unkonventionelleren Ideen ausgesetzt.</p>
<p>Entgegen des Albumtitels hat &#8220;Grey Oceans&#8221; nichts Maritimes. Grau ist die Musik schon gar nicht. Sie ist farbenfroh und klingt so als hätten sie eine Horde Elfen mit viel Naivität und unter Drogeneinfluss in einem verwunschenen Zauberwald ersonnen. Alles ist möglich: Orientalische treffen auf asiatische Klänge (&#8221;Smokey Taboo&#8221;), Deep House trifft auf Cembalo und Ethno (&#8221;Fairy Paradise&#8221;) und LoFi-HipHop auf ein Piano (&#8221;The Moon Asked The Crow&#8221;). CocoRosie haben aber auch relativ gewöhnliche Lieder im Programm: siehe den Titelsong.</p>
<p>Kai Florian Becker (April 2010)</p>
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