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Sophia: Die Lust am Touren und Schwimmen
2010 in interviews
Robin Proper-Sheppard macht Musik, die unter die Haut geht. Erst war diese melancholisch und wütend (von 1990 bis 1994 mit The God Machine). Seit 1995 heißt seine Band Sophia, deren Songs weniger wütend, dafür umso einfühlsamer sind. Aktuell ist er mit den Sophia-Songs auf Solotournee und wird am Samstag in Saarbrücken gastieren.
Mit jedem Album touren Sie mehrfach durch Europa. Es scheint Ihnen großen Spaß zu bereiten, live aufzutreten?
Sheppard: “Natürlich. Für viele Musiker ist es das Ein und Alles, vor Publikum zu spielen. Aber nicht für mich. Das Schönste am Touren ist, nach den Konzerten Leute zu treffen und mit ihnen zu reden. Ich finde es spannend zu erfahren, wie meine Musik auf sie wirkt. Gerade während dieser Akustiktournee habe ich viel Zeit, mit meinen Fans zu reden.”
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es viele Fans gibt, die immer und immer wieder Ihre Konzerte besuchen.
Sheppard: “Ich kenne welche, die waren schon auf zwölf Sophia-Konzerten. Beeindruckend, oder? Da dieses Mal die Eintrittspreise etwas niedriger und die Clubs kleiner sind – ich wusste nämlich ehrlich gesagt nicht, ob mich viele allein auf der Bühne ertragen würden – treffe ich auch viele neue Fans.”
Es heißt, an freien Tagen würden sie am liebsten schwimmen gehen. Sie haben sogar schon an zwei Schwimm-Marathons teilgenommen.
Sheppard: “Na, wer genießt es nicht, einige Runden im Wasser zu drehen. Drei Tage vor dieser Tour nahm ich an einem Rennen teil. Es lief okay. Ich war nicht ganz so schnell wie im letzten Jahr. Da arbeitete ich gerade an dem Album ‘There Are No Goodbyes’ und war unglaublich depressiv. Ich versuchte, das mit Songschreiben und Schwimmen zu bekämpfen. Da ich in Kalifornien aufwuchs und eine Affinität zu Wasser habe, ist Schwimmen für mich eine meditative Erfahrung. Es ist perfekt, um abzuschalten.”
Kai Florian Becker (Mai 2010)
Christina Aguilera: Bionic
2010 in albumrezensionen
2006 erschien ihr letztes Studioalbum “Back To Basics”, immerhin ein Doppelalbum. Nach der anschließenden Welttournee nahm Christina Aguilera eine Auszeit. Schließlich kam im Januar 2008 ihr erstes Kind, Sohn Max Liron Bratman, zur Welt. Mit dessen ersten Bildern machte sie erstaunliche 1,5 Millionen US-Dollar. Trotz dieses lukrativen Nebenverdienstes wollte sie nicht zu lange pausieren und alsbald wieder in den Popzirkus einsteigen. In den vergangenen zwölf Monaten arbeitete sie daher an ihrem Comeback-Album “Bionic”, das mit der just veröffentlichten Single “Not Myself Tonight” ankündigt wurde.
Erfahrene Produzenten wie Polow Da Don (Fergie, Pussycat Dolls), Tricky Stewart (Rihanna, Katy Perry, Beyoncé) sowie die australische Singer-Songwriterin Sia, Linda Perry (Pink, Gwen Stefani, Ex-4 Non Blondes) und Musiker von Le Tigre und Ladytron standen ihr bei den Aufnahmen zur Seite. Die Idee war, “einen Schritt in ihre Welt zu wagen und ihren Sound mit meinen Visionen und Sounds zu kombinieren”, erklärt Aguilera. So kamen ganz unterschiedliche, teils futuristische Songs zustande: modernster R&B mit einem schrägen, aber ungemein verführerischen Rhythmus (”Bionic”), Electro der alten Schule (”Elastic Love”), ein Latin-Partysong, wie ihn Gloria Estefans einstige Band The Miami Sound Machine anno 2010 nicht hätte besser machen können (”Desnudate”), ein Electropop-Ohrwurm (”Glam”) und etwas Southern-HipHop (”Prima Donna”).
Die vielen Balladen, u.a. “Sex For Breakfast”, “All I Need” und “You Lost Me”, nehmen in der zweiten Albumhälfte leider erst einmal viel Luft raus, weshalb die zuvor mit wilden Rhythmen aufgeheizte Stimmung in einem Meer der Melancholie zu versinken droht. Andererseits sticht da die geschmeidige Ballade “Lift Me Up” hervor, die aus der Feder von Aguileras langjähriger Kollaborateurin Linda Perry (siehe “Beautiful” und “Hurt”) stammt. Und am Albumende stehen ja noch “Jungle Juice”, das so klingt, wie es heißt, und zwei weitere Partyhymnen: “Vanity” und “My Girls”. In Letzterem wirkt die Wahlberlinerin Merrill Beth Nisker alias Peaches, eine Expertin in Sachen Electropunk mit schlüpfrigen Texten, mit. Ohne Zweifel einer der Höhepunkte auf “Bionic”.
Kai Florian Becker (Juni 2010)
William Fitzsimmons: Das Vertrauen in Klänge
2010 in interviews
William Fitzsimmons trägt gerne Bart. Was er mit einigen Musikern seiner Zunft gemein hat. Denn Fitzsimmons zählt zur Singer-Songwriter-Gilde. Doch im Gegensatz zu anderen spielt er nicht nur Gitarre und singt. Obendrein würzt er seine Songs mit Beats und Samples aus der Tonkonserve. (weiterlesen…)
Rihanna: Stehlampe mit rosa Panzer
2010 in konzertrezensionen
Rihanna ist nicht aufzuhalten. Die erst 22-jährige Sängerin aus Barbados hat binnen fünf Jahren vier Alben veröffentlicht und mit diesen im Nu Weltruhm erlangt. Ihr zu Ehren wurde sogar 2008 in ihrer Heimat der “Rihanna Day” eingeführt. Kurzum: Weder Kritikerstimmen, noch persönliche Krisen konnten sie bis dato stoppen, geschweige denn ihr schaden. Am Dienstagabend gab sich die zierliche Sängerin in der ausverkauften Rockhal selbstbewusst und präsentierte eine imposante Bühnenshow. (weiterlesen…)
Turbostaat: Gekommen, gerockt, gefeiert
2010 in konzertrezensionen
Turbostaat hatten sich vor einiger Zeit mit einem Majorlabel eingelassen, mit einem der finanzstarken und den Markt dominierenden Industrieriesen also. Ihrem guten Ruf und ihrem Ansehen hat das in der Punkrock-Szene überraschenderweise nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Konzerte ihrer aktuellen Tournee sind bestens besucht. (weiterlesen…)
Black Rebel Motorcycle Club: Beat The Devil’s Tattoo
2010 in albumrezensionen
Irgendwie nervt Schlagzeuger Nick Jago. Mal ist er in der Band, mal nicht. Aktuell ist er wieder draußen – schon zum zweiten Mal. Was sicherlich niemanden stören wird. Denn seine Position hat Leah Shapiro eingenommen, und die macht einen exzellenten Job. (weiterlesen…)
Fettes Brot: Größenwahnsinig wie wir sind
2010 in interviews
1992 gründeten die Vorstadt-Gymnasiasten Boris Lauterbach, besser bekannt als König Boris, Martin Vandreier alias Dokter Renz und Björn Warns (Björn Beton) Fettes Brot. Seitdem hat die Hamburger HipHop-Band scheinbar mit Leichtigkeit unzählige Hits geschrieben: angefangen bei “Nordisch By Nature” und “Jein” über “Viele Wege führen nach Rom” und “Schwule Mädchen” bis hin zu “Bettina, zieh dir bitte etwas an” und aktuell “Kontrolle”, einer Auskopplung aus ihren beiden zuletzt veröffentlichten Livealben “Fettes” und “Brot”. Wie es möglich ist, über Jahre konstant hohe Qualität abzuliefern, das erklärt Boris Lauterbach. (weiterlesen…)
Editors: Hin- und hergerissen
2010 in konzertrezensionen
Die große Frage, die es am Montagabend zu beantworten galt, lautete: Würden sich die elektronischen Songs des dritten Editors-Albums “In This Light And On This Evening” nahtlos in das ältere, rockige Songmaterial einfügen? (weiterlesen…)
Midge Ure: Wie ein Urlaubstrip
2010 in interviews
Er hätte Sänger der Sex Pistols werden können, spielte dann aber in der Punkband The Rich Kids. Danach wurde er Frontmann von Ultravox, gründete Visage, stand mit Thin Lizzy auf der Bühne und schrieb mit Bob Geldorf den Band Aid-Hit “Do They Know It’s Christmas?”. Davon ab ist er seit Jahren erfolgreicher Solomusiker. Das Leben von Midge Ure ist wahrlich bewegt und ein Interview mit ihm kurzweilig und unterhaltsam zugleich. (weiterlesen…)
Editors: Freundschaft über alles
2010 in interviews
Auf ihrem Debütalbum “The Black Room” kokettierte die aus Birmingham stammende Band Editors mit dem Sound von Joy Division, Echo And The Bunnymen und auch Interpol. Fünf Jahr später fürchtete das Quartett, in einer Sackgasse zu enden und wandte sich auf seinem dritten Album “In This Light And On This Evening” elektronischen Klangwelten zu. Eine gewagte, aber überlebensnotwendige Maßnahme, wie Schlagzeuger Edward Lay im Gespräch erklärt. (weiterlesen…)
Story Of The Year: Keine Erfolgsgeschichte
2010 in konzertrezensionen
In den USA standen sie bereits mit zwei Alben in den Top 20 der Charts: 2005 mit “In The Wake Of Determination” und drei Jahre später mit “The Black Swan”. Ihr brandneues, viertes Album schaffte es aber nur auf Rang 42. Ironischerweise heißt es “The Constant” – eben diese konstante Größe sind Story Of The Year in Sachen kommerzieller Erfolg wohl nicht mehr. (weiterlesen…)
CocoRosie: Grey Oceans
2010 in albumrezensionen
Die musikalische Welt der Casady-Geschwister Bianca alias Coco und Sierra (Rosie) ist eine ganz eigene. Ihre Musik ist experimentell, aufregend, spannend und hauptsächlich anders. Die einen sagen Freak Folk dazu, wobei der Freak-Anteil wesentlich größer ist als der Folk-Anteil. Avantgarde-Indiepop wäre eine passende Umschreibung. Aber auch diese wird dem künstlerischen Schaffen der beiden Damen nur annähernd gerecht.
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